Wo die Nordseewellen trecken an den Strand

Heimatlieder | | 1912

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Die Noten zu "Wo die Nordseewellen trecken an den Strand":



Wo die Nordseewellen spülen an den Strand
wo die gelben Blumen blüh´n ins grüne Land
wo die Möwen schreien, schrill im Strumgebraus
dort ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.

Well’n und Wogen sangen mir mein Wiegenlied,
hohe Deiche waren mir das “Gott behüt”,
merkten auch mein Sehnen und mein heiss Begehr:
Durch die Welt zu fliegen, über Land und Meer.

Wohl hat mir das Leben meine Qual gestillt,
und mir das gegeben, was mein Herz erfüllt,
alles ist verschwunden, was mir leid und lieb,
hab’ das Glück gefunden, doch das Heimweh blieb.

Heimweh nach dem schönen, grünen Marschenland,
wo die Nordseewellen spülen an den Strand,
wo die Möwen schreien, schrill im Sturrngebraus,
da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.

Text: 1907 von Martha Müller-Grählert  unter der Überschrift: “Mine Heimat” in den “Meggendorfer Blättern” veröffentlicht.  Die Umdichtung als “Nordseelied” bzw. “Friesenlied”  stammt von dem Soltauer Nationalsozialisten und Judenhasser Peter Fischer-Friesenhausen (1886-1960), der sich über Jahrzehnte weigerte, die eigentlichen Verfassern des Liedes am Gewinn zu beteiligen. Die Texterin von “Wo de Ostseewellen trecken an den Strand”, Martha Müller-Grählert, starb 1938 bettelarm. Vergleiche auch die Original-Version
Musik: Simon Krannig (1910), Krannig war ursprünglich Schreiner und Dirigent des Züricher Arbeitergesangsvereins und hatte den Originaltext von einem wandernden Flensburger Glasergesellen erhalten, den den Zeitungsausschnitt des Originaltextes mit nach Zürich gebracht hatte.

in: Lieb Vaterland (ca. 1935) — Liederbuch der Fallschirmjäger (1983) —

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