War wohl je ein Mensch so frech (1881)


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War wohl je ein Mensch so frech
schrum, schrum, schrum, schrum schrum
als der Bürgermeister Tschech
schrum, schrum, schrum, schrum, schrum
Denn er traf fast auf ein Haar
dil-li-ti-ti, dil-li-ti-ti
unser teures Königspaar
dil-li-ti-ti-ti-ti
Ja, er traf die Landesmutter
wau, wau, wau, wau, wau
durch den Rock ins Unterfutter
schrum bum, schrum bum
schrum bum, bum, bum, bum, bum, bum, bum

Kaum die Uhr noch war halb acht
als kein Mensch was Böses dacht
Kommt ein Mann im langen Mantel
Durch das Schloßportal gewandelt.
Das war Tschech, der Hochverräter
Königsmörder, Attentäter

Ach, es hat der Bösewicht
Unsern Gott im Herzen nicht!
Pocken hatt´ er im Gesicht
Sonsten sah man Böses nicht
Friedrich Wilhelm kommt heraus
sah noch ganz versoffen aus

Tschech zieht ein Pistol hervor
knallt dem König ein´s vors Ohr!
Doch es packt ihn der Gendarm
An dem frevelhaften Arm
und man keilt den Wüterich
auf der Stelle fürchterlich

Als der König ihn erblickt
von Gendarmen rings umstrickt
zeigt er plötzlich viel Kourage
und spricht schnell zur Equipage:
“Auf dem Schloßplatz halt man still
weil det Volk mir sehen will.”

Drauf dreht er sich um und spricht:
“Kinder, ick hab nischt gekriegt!”
Dick und fett, ihm fehlte wenig
alles brüllt: “Es leb’ der König!”
Aber wo war Dunker hin ?
Dunker, der war in Stettin

Dunker hätte sonst erraten
daß man wollte attentaten
wär er in Berlin gewesen
würd man dieses jetzt nicht lesen
Und die Moral von der Geschicht:
traut keinem Bürgermeister nicht

in: Sozialdemokratische Lieder und Deklamationen , Zürich 1881 , 6. Auflage , ähnlich in Der Wanderfreund (1921 / 1922, dort auf die Melodie Als die Römer frech geworden – mit simserimsimsim und täterätätätä und Schnedderengpeng etc…)


Liederthema: Politische Lieder
Liederzeit: (1881)
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