Vom Barette schwankt die Feder

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Vom Barette schwankt die Feder

Vom Barette schwankt die Feder,
wiegt und biegt im Winde sich.
Unser Wams von Büffelleder
ist zerfetzt von Hieb und Stich.
Stich und Hieb und ein Lieb
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Unsre Linke auf dem Schwerte,
in der Rechten einen Spieß;
kämpfen wir bis an das Ende,
mal für das und mal für dies.
Dies und das, Suff und Fraß
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Das wir Gut und Ruhm gewinnen,
ziehn wir mutig in die Schlacht.
Einmal müssen wir von hinnen
vorwärts drum, bei Tag und Nacht.
Bei Nacht und Tag, was er mag,
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Landsknechtleben, lustig Leben,
in der Schenke ei juchei,
sitzt ein fader Kerl daneben,
stört die ganze Sauferei.
Schmeißt in raus, reines Haus
muß ein, ja muß ein Landsknecht haben.

Sollten wir einst liegenbleiben
in der blutdurchtränkten Schlacht
sollt ihr uns ein Kreuzlein schneiden
auf dem tiefen, dunklen Schacht
Mit Trommel viel und Pfeifenspiel
sollt ihr uns begraben

Text: Heinrich von Reder (1824-1909)
Musik: Hein Thum (um 1893)

Kurz vor dem Massensterben im ersten Weltkrieg übten sich hier schon einmal zwei „Künstler“ aus dem Kaiserreich in Kriegsromantik: Der Forstwissenschaftler und zum Adel erhobene Generalmajor im Ruhestand Heinrich von Reder war vor allem eines: kein Knecht! auch im Liederbuch der Bundeswehr (1962)

"Vom Barette schwankt die Feder" in diesen Liederbüchern

in: Da flattern die grünen Standarten (1914) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (ca. 1921) — St. Georg Liederbuch deutscher Jugend (1935) — Liederbuch der Bundeswehr (1962) —  Liederbuch der Fallschirmjäger (1983)