Vater unser beten wir

Vater unser beten wir
der du in dem Himmel wohnest
und die deinen wenn sie dir
treulich folgen gütig lohnest
deines Namens Herrlichkeit
sei gelobt zu aller Zeit

Zu uns komme Herr dein Reich
dass dein Himmel sei auf Erden
dass wir deinem Sohne gleich
deinem Willen folgsam werden
folgsam wie der höh´re Geist
der dich rein und heilig preist

Gib uns Herr nach deiner Huld
was uns nötig ist zum Leben
innig reut uns unsere Schuld
dass du wirst sie uns vergeben
wenn dem Nächsten wir verzeihn
und der Frömmigkeit uns weihn

In Versuchung führ uns nicht
lass uns niemals unterliegen
Gib die Kraft, die uns gebricht
böse Lüste zu besiegen
Vater steh uns gnädig bei
mach uns aller Fehler frei

Ach des Übels, Gott, ist viel
das uns hier auf Erden drücket
doch du steckst der Not ein Ziel
schickst den Tod, der uns entrücket
aus dem Elend dieser Zeit
in das Reich der Ewigkeit

Wer mit fester Zuversicht
glaubensvoll in Jesu Namen
diese sieben Bitten spricht
kann mit Freuden sagen Amen
Amen ja es wird geschehn
was wir so von Gott erflehn

Text und Musik: Verfasser unbekannt

aus „Lieder zur öffentlichen und häuslichen Andacht“ (1783, Prag)
in Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895) — Lieder für höhere Mädchenschulen (1919)

Liederthema:
Liederzeit: (1783)
Schlagwort: |
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Anmerkungen zu "Vater unser beten wir"

es gibt auch noch eine Version, bei der vorweg folgende zwei Strophen stehen:

Wenn das Herz voll Gram und Leid
voll von Kümmernis sich kränket
trostlos in der Einsamkeit
Was es kränket überdenket
o dann eilet zum Gebet
geht zu Gottes Majestät

Betet nicht nach Heidenart
die viel eitle Worte sprechen
Gottes Vaterherz ist zart
auch ein Seufzer kann es brechen
das Gebet, das Jesus lehrt
wird gewiß von ihm erhört

Interessant, dass in der letzten Strophe von sieben Bitten die Rede ist, dabei sind es doch nur sechs Strophen und eigentlich auch nur fünf Bitten –

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