Die Lieder zu: Erich Mühsam (1)

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Lieder von Erich Mühsam

Freiheit mahnt es (Gesang der jungen Anarchisten)

Freiheit! mahnt es aus den Grüften Die der Vorzeit Kämpfer decken Freiheit! lockt es aus den Lüften Die der Zukunft Stürme wecken Daß aus Ahnung Freiheit werde Haltet, Künftige, euch bereit Reinigt die entweihte Erde, — Helft ans Licht der neuen Zeit Freie Menschen sollen wohnen Wo gequälte Sklaven schleichen Menschen, die aus allen Zonen Gruß und Trunk einander reichen

Freiheitslieder | 1925


Wir wollen nicht verdrießlich sein (Marschlied)

Wir wollen nicht verdrießlich sein Ist auch nicht alles so bestellt Wie’s uns gefällt Wir wachsen ja, um zu befrein Dereinst mit Herz und Kopf und Hand Das Volk, die Menschen und das Land Die ganze liebe Welt Wir wachsen in die Welt hinein Wir sind ja froh und sind so jung Nur noch ein Sprung Dann sind auch wir

Freiheitslieder | Kinderlieder | 1924


Das Vaterland ist Republik (Republikanische Nationalhymne)

Das Vaterland, das Vaterland ist Republik Und Deutschland über alles bläst die Blechmusik Ebert ist Präsident Thront auf dem Postament Ebert wärmt den Herrschersitz Ebert ist Präsident Kreuzhimmelsakrament Vivat hoch der dicke Fritz Die Fahne für die Republik ist schwarz-rot-gold Und wem sein Leben lieb ist, trägt sie eingerollt Links weht die Fahne rot Rechts mit dem Schnabel droht Schwarz-weiß-rot

Politische Lieder | 1923


Das war in München am ersten Mai (Tod des Rotgardisten)

Das war in München am ersten Mai Da gings um Leben und Sterben Die Weißen tobten; es krachte das Blei Granaten spien Tod und Verderben Beim Stachuskiosk am Maschinengewehr Ein Rotgardist schoß in die Runde Die Kugeln pfiffen rings um ihn her Er blutet aus mancher Wunde Schießt her! Ich diene bis zum Tod Der Revolution Was weiß die gekaufte

Lieder vom Tod | Politische Lieder | 1923


Auf Männer wer den Hammer schwingt (Kampflied)

Auf, Männer, wer den Hammer schwingt Nur fest den Griff umschlossen Den Blick aufs Ziel, — der Hieb gelingt Schlagt zu! Schlagt zu, Genossen Zeit ist’s, — der Hammer mach’ es kund Trefft, Männer! Rammt den Pfahl in Grund Auf, Männer, Frauen, Mädchen — auf Auf, Kinder, Krüppel, Greise Ein Jeder lenkt der Erde Lauf, Der wirkt, — auf seine

Arbeiterlieder | 1923


So lebt der edle Kriegerstand

Sengen, brennen, schießen, stechen Schädel spalten, Rippen brechen spionieren, requirieren patrouillieren, exerzieren fluchen, bluten, hungern, frieren … So lebt der edle Kriegerstand, die Flinte in der linken Hand, das Messer in der rechten Hand ­ mit Gott, mit Gott, mit Gott, mit Gott für König und Vaterland. Aus dem Bett von Lehm und Jauche zur Attacke auf dem Bauche! Trommelfeuer

Lieder gegen den Krieg | Soldatenlieder | 1920


Revolution (Gesang der Intelektuellen)

Rr-r-revolution Macht man nur mit Liebe Weist den Hetzer von der Schwelle Nur der Intellektuelle Kennt das Weltgetriebe Unsre Überlegenheit Wird euch trefflich führen Wählt nur uns in eure Räte Dann wird Liebe früh und späte Eure Seelen rühren Lieb den Bürger, Proletar Denn dein Bruder ist er Und verdienst du ihm Millionen Mag dich das Bewußtsein lohnen Ihr seid

Politische Lieder | 1920


Völker erhebt euch (Gesang der Arbeiter)

Völker erhebt euch und kämpft für die ewigen Rechte! Kämpft und erobert die Freiheit dem Menschengeschlechte! Reif ist die Zeit. Völker erhebt euch zum Streit! Duldet nicht Herren noch Knechte Brüder der Arbeit, vereint eure Kräfte zum Bunde Einigkeit richtet die Macht der Tyrannen zugrunde Stürzt sie in Nacht! Sammelt die eigene Macht Arbeiter nützet die Stunde Schließt, Proletarier, ihr den

Arbeiterlieder | 1920


Genossen zu den Waffen (Max Hölz-Marsch)

Genossen, zu den Waffen Heraus aus der Fabrik Sprung auf, marsch marsch! Es lebe die Räterepublik Es lebe der Kommunismus Es lebe die Tat Es lebe wer sein Leben gibt fürs Proletariat Doch unser Sieg ist nah Max Hölz ist wieder da Er hält die rote Fahne hoch und schwingt sie: Hurra Die Handgranatt am Gürtel Im Arme das Gewehr

Arbeiterlieder | 1920


Erwacht im Erdenrund ihr Knechte!

Erwacht, im Erdenrund ihr Knechte! Erwacht aus Hunger, Qual und Fron! Im Erdkern grollen Eure Rechte, zum Endkampf auf, zur Rebellion! Räumet auf mit eisernem Besen! Sklaven all, erwacht! Erwacht! Sind wir bis heute nichts gewesen, jetzt wollen wir die ganze Macht! Leuchtend glühn die Fanale! Zum Kampf! Der Würfel fällt! Die Internationale erstürmt, befreit die Welt! Wir brauchen keines

Arbeiterlieder | 1920


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