Sind wir geschieden und ich muß leben ohne dich

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Sind wir geschieden und ich muß leben ohne dich

Sind wir geschieden
und ich muß leben ohne dich
Gib dich zufrieden
Du bist mein einz’ges Licht
Bleib mir beständig
Treu, unabwendig
Mein letzter Tropfen Blut
sei dir, mein Engel, gut.

Ich will indessen
mein Engel und mein Kind
dein nicht vergessen
du bleibest mir in dem Sinn
Die Zeit wird’s fügen
Dass mein Vergnügen
nach überstand’ner Pein
wird desto größer sein.

Weht, weht, ihr Winde
Und bringt mir einen Gruß
von meinem schönsten Kinde
darum ich trauern muß
Küßt ihr die Wangen
Sagt mein Verlangen
Bringt ihr die Botschaft mein:
Ich leb‘ und sterbe dein.

Flieht, flieht ihr Lerchen
Über Berg und über Tal!
Grüßt meine Schönste
Viel hunderttausendmal!
Flieht in den Garten,
Tut meiner warten
Allwo die Treue glüht
Ich leb und sterb vergnügt.

Text und Musik: Umgesungene Fassung des Liedes von 1725
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 509 „Liebesgruß“)

Anmerkungen zu "Sind wir geschieden und ich muß leben ohne dich"

Varianten im Text:

  • 1,8: Wird desto größer sein (fliegendes Blatt) —
  • 3,8: Ich leb und sterb getreu —

Text und Melodie bei Büsching und Hagen, Volkslieder 1807, S. 14 und Melodienheft S. I. — Sie hatten den Text aus einem fliegenden Blatt in Fr, Nicolai’s Besitz; an dasselbe war die Melodie geheftet. — Ein fliegendes Blatt 1790 „Acht schöne neue Arien“ (die 4.) stimmt damit überein, — Nach Büsching abgedruckt bei Silcher, II. Heft Nr. 7, der im 4. Takte die hübsche Änderung brachte, wie die kleinen Noten melden. — Kretzschmer 1, S. 489. Erk, Liederhort. Nr. 124 (blos die Melodie). Text auch bei Erlach 3, 78 und Mittler 658. —

Die Melodie ist schön, durch ihren Mollschluß eigenartig und altertümlich. Die 4. Text-Strophe ist späterer Zusatz.

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