Sind wir geschieden und leb ich sonder dich

Sind wir geschieden und leb ich sonder dich

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Sind wir geschieden
und leb ich sonder dich
gib dich zufrieden
du bleibst mein ander Ich
Die Zeit wird fügen
daß mein Vergnügen
nach überstandner Pein
wird desto schöner sein

Ich will indessen
mein Engel meine Lust
dich nicht vergessen
du schwebst in meiner Brust
Bleib nur beständig
und unabwendig
mein letzter Tropfen Blut
bleibt dir mein Engel gut

Geht geht ihr Winde
und bringet diesen Kuß
dem schönen Kinde
das um mich trauren muß
küßt ihre Wangen
sagt mein Verlangen
bringt ihr die Nachricht bei
ich lieb und sterbe treu

Flieht, flieht ihr Lerchen
Über Berg und über Tal
Grüßt meine Schönste
Viel hunderttausendmal
Flieht in den Garten,
Tut meiner warten
Allwo die Treue glüht
Ich leb und sterb vergnügt.

spätere (?) vierte Strophe:

Flieht, flieht ihr Lerchen
Über Berg und über Tal
Grüßt meine Schönste
Viel hunderttausendmal
Flieht in den Garten,
Tut meiner warten
Allwo die Treue glüht
Ich leb und sterb vergnügt.

Text in: Christian Friedrich Henrici Picander : Ernst- Scherzhafte und Satyrische Gedichte – Anderer Teil Andere Auflage , Leipzig 1734 (Das Vorwort von 1729 ) Daselbst S. 155 als ein übersandtes Lied mitgeteilt in: “ Postbericht der Liebe – Auf die S. und K. Hochzeit Chemnitz den 4 September 1725″ , Strophe 4 bei Büsching und von der Hagen „scheint nur neuerer Zusatz zu sein.(Erk)
Musik: in Büsching und von der Hagen – Sammlung Deutscher Volkslieder Berlin (1807) – S. 14 (Im Melodienheft S.1, aus Fr. Nicolai : Handschriftliche Sammlung)
u. a. in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 124)

Liederthema: ,
Liederzeit: (1734)
Schlagwort: |
Region: ,


Anmerkungen zu "Sind wir geschieden und leb ich sonder dich"

Varianten im Text: l,8: Wird desto größer sein (fliegendes Blatt) — 3,8: Ich leb und sterb getreu —
Die Melodie nach Büsching und von der Hagen : Volkslieder (1807) —

Andere Fassung:  Sind wir geschieden und ich muß leben ohne dich, Gib dich zufrieden, Du bist mein einz’ges Licht. Bleib mir beständig, Treu, unabwendig, Mein letzter Tropfen Blut, sei dir, mein Engel, gut. Ich wivll indessen, mein Engel und mein Kind, dein nicht vergessen, du bleibest mir in dem Sinn. Die Zeit wird’s fügen, Dass mein Vergnügen nach überstand’ner Pein wird desto größer sein.

Weht, weht, ihr Winde, Und bringt mir einen Gruß von meinem schönsten Kinde, darum ich trauern muß. Küßt ihr die Wangen, Sagt mein Verlangen, Bringt ihr die Botschaft mein: Ich leb‘ und sterbe dein.

Flieht, flieht ihr Lerchen Über Berg und über Tal! Grüßt meine Schönste Viel hunderttausendmal!  Flieht in den Garten,
Tut meiner warten, Allwo die Treue glüht , Ich leb und sterb vergnügt.