Schwarz ist die Nacht

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Schwarz ist die Nacht
Kein Sternchen schimmert
Kein Fünkchen flimmert
Alles ist finster umher

Hier sitz ich alleine
In Kummer und weine
Ich hoffte zu viel
nun hoff ich nicht mehr
Ach! Liebe hat mich so traurig gemacht

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Die ersten beiden Strophen eines Liedes, dass der Pfarrer Dr. J. G. Höhe 1798 zweimal in Ostfriesland hörte. Von diesem aus dem Saterländischen ins Hochdeutsche übertragen und in dessen „Reise durch Osnabrück und Niedermünster in das Saterland und Ostfriesland“, Bremen, 1800, S. 225 abgedruckt.
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1511 „Das Lied von der treuen Grete“)

Liederthema: ,
Liederzeit: (1798)
Schlagwort: |


Anmerkungen zu "Schwarz ist die Nacht"

Der Inhalt dieser Romanze, den der Reisende sich von einem alten Gastwirte mit allen Einzelheiten erzählen ließ, war folgender:

„Ein junges schönes saterländisches Mädchen reist mit ihrem Vater nach Emden, wo er eine Ladung holen will. Dort sieht Gretchen einen Schiffskapitain und verliebt sich in ihn so sehr, daß sie heimlich ihren Vater verläßt, sich Matrosenkleider verschafft und bei dem Kapitän in Dienst geht. Er nimmt den schönen Matrosenjungen auf und ahnt nicht, daß unter der Jacke ein Mädchen ist. Das Unglück des Vaters erregt im Saterland allgemeine Teilnahme. Man sucht die Tochter, aber sie war verschwunden.

Indessen hatte Gretchen siebenmal die Reise nach Ostindien mit dem Kapitän gemacht, aber ihre Liebe konnte er nicht verstehn, er ahnte sie nicht einmal. Alle Versuche, die sie machte, sich ihm zu entdecken waren vergebens; selbst das Liedchen, welches sie im Korbe am großen Mast sang, verstand er falsch. Endlich rettete sie ihn aus einer Lebensgefahr. Nun drückt er sie aus Dankgefühl an sein Herz und entdeckt, daß er in seinem Matrosen ein Mädchen umarmt. Sie gesteht ihm ihre Liebe und wird bald seine Gattin. Jetzt (1800) lebt sie noch in Scharle (?) als Witwe; man nennt sie die rote oder auch treue Grete.

Das Lied, welches ihre treue, mutvolle Liebe besingt, scheint verloren zu sein. Vielleicht findet Jemand noch Spuren davon. Die Melodie klang traurig und monoton. — Die Geschichte erinnert an die Ballade vom Grafen von Rom.“ -siehe auch die Kapitänsche Dame ?