Bremer Stadtmusikanten

Meine Muse ist gegangen

Meine Mus´ ist gegangen in des Schenken sein Haus,
hat die Schürz´ umgebunden und will nicht heraus
will Kellnerin werden und schenken den Wein
da steht sie am Tore und winkt mir herein

Und über ihrem Haupte, da spielet die Luft
mit grünenden Zweigen und würzigem Duft
Seht, wie sie sich drehet so flink, so gewandt
die Kann‘ unterm Arme, das Glas in der Hand!

„Herein, lieber Zecher! Ich schenke dir Wein
ich schenke dir Lieder noch oben darein.
Nur musst du hübsch bleiben im Wirtshaus bei mir:
ich geb‘ freie Zeche und freies Quartier.“

„Drum locke mich nimmer hinaus in den Hain
zu einsamen Klagen ob sehnlicher Pein.
Hier unter den Zweigen vor unserem Haus,
da schlafen die Leiden gar lustig sich aus.“

„Auch lass uns nicht schweifen umher in die Welt,
einen Helden zu suchen, der allen gefällt.
Gar lang sind die Wege, gar kurz ist die Zeit,
und auf den Kaparten sind die Strassen beschneit.“

So liess sie sich hören – wer hielte das aus?
Flugs bin ich gesprungen ihr nach in das Haus.
Nun schenke mir Lieder und schenke mir Wein
und rufe mir frohe Gesellen herein!

Text: Wilhelm Müller – vor 1824
Musik: Justus Wilhelm Lyra – 1842

in: Allgemeines Deutsches KommersbuchSport-Liederbuch (1921) —

 

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Liederthema: Liebeslieder | Trinklieder
Liederzeit: (1824)
Schlagwort: | |


Empfehlung: Liebeslieder-Album

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