Mag alles wanken und sinken
halt fest, mein deutsches Volk
zur Rechten und zur Linken
Halt fest, mein, deutsches Volk
halt fest, mein deutsches Volk

Wenn treulos alle weichen
von eitlem Schein betört
wir stehen fest wie Eichen
von Lügen ungestört

Wir stehen fest in Treuen
ein einges deutsches Volk
dem Feind gestellt gleich Leuen
Halt fest, mein deutsches Volk

Trotz aller Feindestücke
halt fest, mein Bruderbund
vom Recht nicht weich zurücke
halt fest, mein Bruderbund

Nur Gott dir stets vor Augen
nur Gott im Herzen treu
Und Glieder, die nicht taugen
verworfen sonder Scheu

So, stets nur stark, entschlossen
halt fest, mein Bruderbund
So halte dich umschlossen
halt fest, mein Bruderbund

Wenn matt die Kraft dir sinket
die Losung: schwarz, rot, gold
zu neuem Kampf dir winket
die Losung: schwarz, rot, gold

Gestritten sonder Sorgen
gebaut mit fester Hand
dann leuchtet doch dein Morgen
aus düstern Feuers Brand

Dann geht noch auf die Sonne
die Losung: schwarz, rot, gold
Dann in der Siegeswonne
hoch lebe: schwarz, rot, gold

Text und Musik: Verfasser unbekannt ? keine Angaben
vermutlich aus der Revolution 1848 ? auch hierzu keine Jahreszahl im Kommersbuch von 1914, das ansonsten zu den Liedern gut recherchiert hat
auch auf die Melodie von Erhebt euch von der Erde ? bzw Frisch auf zum fröhlichen Jagen (was das gleiche ist)
in Allgemeines Deutsches Kommersbuch (1914)

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen:

1802 schrieb Novalis ein innig-gläubiges Gedicht auf  Jesus, der so viel am Kreuz erlitten hat und dessen Leiden dennoch ganz in Vergessen gerieten. Zehn Jahre darauf nahm Max von Schenkendorf dieses Gedicht als Inspiration und verfasste während der Befreiungskriege gegen das Frankreich Napoleons ein Lied auf den „Turnvater Jahn“ (Erneuter Schwur, an den Jahn, von wegen des heiligen teutschen Reiches), das dann vielfach nachgedichtet und im Liederbuch der SS in der Zeit des Nationalsozialismus gleich nach dem Horst-Wessel-Lied stand. Als Melodie verwendete Schenkendorf die des französischen Liedes „Pour aller à la chasse, il faut être matinal“ („Frisch auf zum fröhlichen Jagen“).

Auf auf zum fröhlichen Jagen (Hancke)

Dieses heute noch bekannte Jagdlied wurde erstmals 1723 als „Auf auf auf auf zum Jagen“ von Gottfried Benjamin Hancke ins Deutsche übertragen. Die „schmissige“ Melodie ist vielfach mit neuen Texten versehen worden, so z. B. 1742 von Christian Friedrich Henrici (genannt Picander) und Johann Sebastian Bach in der Bauernkantate (Mer hahn en neue Oberkeet, Aria 16 „Es nehme zehntausend Dukaten…“) und in den Befreiungskriegen um 1813 von Friedrich de la Motte Fouqué, der die erste Zeile in „Frisch auf zum fröhlichen Jagen“ änderte. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde vor allem diese militärische Fassung vielfach gedruckt.

Goethes „Bundeslied“ von 1775 wurde – neben späteren Vertonungen – auch auf diese Melodie gesungen, eventuell schrieb Goethe den Text bereits auf „Pour aller à la chasse“? Besonders populär wurden die Neutextungen durch Max von Schenkendorf  „Erhebt euch von der Erde“ (1813) und „Wenn alle untreu werden“ (1814) aus den Befreiungskriegen.