Mädchen wenn ich dich erblicke

Liebesbeteuerung

Volkslieder » Liebeslieder »

Mädchen wenn ich dich erblicke

Mädchen, wenn ich dich erblicke
find ich keine Ruhe mehr
Jeder Tag und jede Stunde
ist für mich ganz freudenleer

Wo ich geh‘ und wo ich stehe
liegt mir stets mein Schatz im Sinn
Seufzer schick‘ ich in die Höhe
Tränen schick‘ ich zu dir hin

Kommst mir zwar aus meinen Augen
Aber nicht aus meinem Sinn
Kannst es mir in Wahrheit glauben
Daß ich in dich verliebet bin

Die erste Liebe geht von Herzen
Die zweite aber brennet heiß
O wie glücklich ist der Jüngling
Der von keiner Liebe weiß

Alle Leute, die dich Hassen
Sagen dies und jen’s von dir
Sagen all, ich soll dich lassen
Und mein Herz nicht schenken dir.

Aber ich Habs längst geschworen
Daß ichs treu von Herzen mein
Dich Hab ich mir auserkoren
Ohne dich kann ich nicht sein!

Ja so lang das Wasser rinnet
Und die Berge tragen Wein
Und so lang das Feuer brennet
Sollst fürwahr mein eigen sein!

Sollt ich aber unterdessen
Auf dem Todbett schlafen ein
Kannst auf meinem Grabstein lesen
Schönster Schatz, vergiß nicht mein!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 566 „Liebesbeteuerung“, mit drei Melodien)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1840)

Zweite Melodie zu "Mädchen wenn ich dich erblicke"

Zweite Melodie zu Mädchen wenn ich dich erblicke
Andere Lesart aus dem Westerwald, Odenwald, Lahn- und Dillkreis, Wetterau (Liederhort 1880-90)

Dritte Melodie zu "Mädchen wenn ich dich erblicke"

Dritte Melodie zu Mädchen wenn ich dich erblicke
Variante aus dem Odenwald (Liederhort)

Abweichungen im Text

Varianten:

  • 1, 1 Jüngling, wenn ich dich erblicke, Hab ich keine Ruhe mehr … (aus Trebbin 1866)
  • Strophe 4 bei Scherer: „Hörst du nicht die Vögel pfeifen, draußen auf der grünen Heid?
    Die werden dir die Botschaft bringen, daß mein Herz dein eigen sei.“
  • Strophe 4, 1 Treue Liebe geht von Herzen, treue Liebe brennet heiß (Schlesien)

Anmerkungen zu "Mädchen wenn ich dich erblicke"

Text und erste Melodie aus dem Brandenburgischen: Erk III, 1,73. Text bis auf die 4. Strophe gleich bei Scherer, Jungbrunnen. 71: aus der fränkischen Schweiz. Aus Schlesien ähnlich Hoffmann Nr. 160 (ohne 4. und 6. Strophe). Vielfach handschriftlich, weniger vollständig aus Thüringen (1850 von Professor R. Hildebrand aufgeschrieben), aus dem Odenwald 1852; aus dem Westerwald, Lahn- und Dillkreise und der Wetterau 1880 — 1890. —

Einzelne Strophen dieses Liedes sind auch anderen Liedern einverleibt, vergl. „Hilf, o Himmel ich muß scheiden“ (Erk II, 4/5 Nr. 56), „Ach in Trauern muß ich leben“ Erk, Liederhort. 365). Unmöglich bleibts darum, die Bestandteile unseres Textes zu bestimmen. (Böhme)

.