Liederlexikon: Zu Mantua in Banden

| 1844

„Zu Mantua in Banden“ ist das populärste Lied auf der Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer. In den Befreiungskriegen von 1809 führte er die Tiroler drei Mal siegreich zum Kampf gegen die Truppen Napoleons. Mit dem Aufstieg der Deutschnationalen in Tirol wurde er zu einer Figur des nationalen Widerstandes verklärt.

Deshalb finden sich im Andreas-Hofer-Lied „Zu Mantua in Banden“  auch die Worte „ganz Deutschland lag in Schmach und Schmerz“, als der Tod Hofers besungen wird. Von den Nationalsozialisten wurde Andreas Hofer wiederum als Verteidiger des Deutschtums gegen Italien und Frankreich ins Spiel gebracht, Bozen als Mythos der „letzten deutschen Stadt“ aufgebaut, die von Hofer verteidigt worden sei.

Den Text des Andreas-Hofer-Liedes schrieb Julius Mosen 1831, die Vertonung durch Leopold Knebelsberger erfolgte erst 1844.  Das Lied wurde in Preußen vor dem ersten Weltkrieg für den Schulunterricht in der sieben bzw achten Klasse besonders empfohlen. Es diente der Kriegserziehung im Kaiserreich , die Melodie wurde aber auch von der Arbeiterbewegung verwendet.


Zu Mantua in Banden in folgenden Liederbüchern:

u.a. in Allgemeines Deutsches KommersbuchFeuerwehrliederbuch (ca. 1880) — Feuerwerker-Liederbuch (1883) — Liederbuch Postverband (1898) — Albvereins-Liederbuch (ca. 1900) — Deutscher Sang (1903) — Gesellenfreud (1913) — Deutsches Lautenlied (1914) — Liederbuch des jungdeutschen Ordens (ca. 1921) — Auf froher Wanderfahrt (ca 1921) — Weltkriegs-Liedersammlung (1926) — Wander-Liederbuch für deutsche Mädchen (1927) — Liederbuch der Fallschirmjäger (1983) —