Liederlexikon: Ringelreihen

| 1880

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Ringeltanz, Ringelreihen, Ringelspiel: Der in endlosen Varianten gesungene, in Deutschland, Holland und Dänemark gekannte “Ringelreigen mit der Kette” war, wie Mannhardt und Rochholz nachgewiesen, ursprünglich zur Heidenzeit ein Chorreigen, der bei Frühlingsanfang aufgeführt wurde und hängt dessen Inhalt mit dem Sonnendienste zusammen. Dr. Dunger bemerkt darüber in Kürze: “Die sieben Jahre bedeuten sie sieben Wintermonate, der Schatz ist der Frühling, welcher der Erde Blumenkränze oder Gerten (die frischgrünenden Weidenzweige) als “Brautgeschenke” bietet.

Böhme führt in ” Deutsches Kinderlied und Kinderspiel ” (1897) dazu weiter aus: Das so oft erwähnte Spinnen deutet auf die dem Ackerbau und dem Spinnen vorstehende Göttin Holda . Nach siebenjährigem (d.h. nach siebenmonatlichem) Walten der Göttin und ihrer Gefährten, dreht sich der Kreis, der symbolisch die Sonnenscheibe darstellt, herum, d.h. nach Winters Eis und Schnee erscheint die Sonne und der Frühling. – Der in der Schweiz zu diesem Kettenspiel gebrauchte Löwnzahn heißt noch jetzt Sonnenwirbel und hat mit Recht darum diese Pflanze ihren Platz in dem alten Frühlingsreigen, der die Sonnenwende darstellt und dem Sonnendienst angehört hat.


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"Ringelreihen" im Archiv:

Was wollen wir denn machen (Ringelreihen aus Elberfeld)

Was wollen wir denn machen daß wir alle lachen Kommen wir also so so sieben Jahr gesponnen sieben Jahr gewonnen sieben Jahr die Wolken herum dann dreht sich dieser und der herum Die Mitspielenden gehen im Kreise umher, heben bei den Worten “so so” die Hände auf und drehen sich mehrere Male um. Ringelreihen aus Barmen und Elberfeld , 1843 aufgezeichnet

Tretet zue tretet zue

Tretet zue tretet zue Sparet nit die nue Schueh Trettet uf das Chettemli daß es soll erschlingle Wer die schönste Jungfer sig i dem ganze Ringle Ein Tag Rise, zweu Tag Ise drei Tag Rumpedipum **** (Ida) keh dich um Ida hat sich umme g´kehrt het der Chatz den Schwanz uszert Siebe Johr g´spunne acht Johre Sunne Nün mol Rumpedibum

Ich ging auf eine Wiese und die war naß

Ich ging auf eine Wiese und die war naß da kam ne alte Ziege und die fraß Gras Ei ei mein Schatz komm her zu mir es sind so schöne Mädchen hier Ei ja freilich wo ich bin da bleib ich bleib ich wo ich bin adjö mein liebes Kind Sammlung Otto Glaser , Potsdam 1885 , Nr. 57, Melodie