Bremer Stadtmusikanten

Harmssen

Gustav Wilhelm Harmssen

| 1890

Gustav Wilhelm Harmssen wurde am 26. März 1890 in Bremen geboren, wo er am 19. Mai 1970 auch starb. Nach einer Kaufmannslehre wurde er zu Beginn des Nationalsozialismus Direktor und 1942 dann Vorstandsmitglied der Bremer Atlas-Werke, die damls wie heute kriegswichtige Elektronik produzierten. Nach Kriegsende wurde er Senator in Bremen, saß 1949 für Bremen im Bundesrat, bis er 1954 Vorstandsvorsitzender der Atlas-Werke wurde.

Er ist vermutlich der Verfasser des bekannten Liedes „Die blauen Dragoner sie reiten„, das zu Beginn des ersten Weltkriegs entstand: Gustav Wilhelm Harmssen war damals 24 Jahre alt und vermutlich Mitglied des “ Wandervogel “ . Das Lied war besonders populär in der Zeit des Nationalsozialismus und wurde von 1933-45 in zahlreichen Liederbüchern abgedruckt, was nicht zuletzt an der romantisierenden Darstellung des Auszugs zum Krieg liegen dürfte. Es wurde genauso in der Hitlerjugend gesungen wie sein Lied „Kameraden die Trompete ruft“.

Selbst  im SA-Liederbuch und SS-Liederbuch findet sich das Lied „Die blauen Dragoner sie reiten“, in der Rubrik: Soldaten,- Freiheits- und Marschlieder. Im SA-Liederbuch mit leicht anderem Text und mit einer anderen Melodie: als Komponist wird dort Heinz Höhne genannt, von dem das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen stammt“:

Die blauen Dragoner sie reiten / mit klingendem Spiel durch das Tor / Fanfarenlieder gleiten / hell die Dünen empor / Die wiehernden Rosse sie tanzen / die Birken wiegen sich lind / die Fähnlein an den Lanzen / flattern im Morgenwind / Ach morgen da müssen wir reiten /  die Liebste wird traurig sein / ach morgen in allen Weiten / morgen da bin ich allein /  Die blauen Dragoner sie reiten / mit klingendem Spiel durch das Tor / Fanfarenlieder gleiten / hell die Dünen empor (SA-Liederbuch (1933))

„Die blauen Dragoner“ von Gustav Wilhem Harmssen wurde im Dritten Reich unter anderem  in diesen Liederbüchern abgedruckt: „Deutscher Sang (1938), „Von Kampf und Liebe (1938), „SS Liederbuch“, 9. auflage , „Wann wir schreiten Seit an Seit“ (1933), „Soldaten, Kameraden (1936 und 1938), „Liederbuch der Wehrmacht (1939), „HJ singt – die schönsten Lieder der Hitler-Jugend, „Klingender Tag – Liederbuch für Mittelschulen, 1. Band (1942), „Und wenn wir marschieren“ (1937), „Frisch gesungen im Neuen Deutschland, Liederbuch für Volksschulen (1942) – nach „Deutsches Lied.com

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Harmssen im Archiv:

Die blauen Dragoner

Die blauen Dragoner, sie reiten Mit klingendem Spiel durch das Tor, Fanfaren sie begleiten Hell zu den Hügeln empor. Die wiehernden Rosse, sie stampfen, Die Birken, die wiegen sich lind, Die Fähnlein auf den Lanzen Flattern im Morgenwind. Morgen, da müssen sie reiten, Mein Liebster wird bei ihnen sein. Morgen in alle Weiten Morgen, da […]

Die blauen Dragoner sie reiten

Sie reiten in den Krieg In „Die blauen Dragoner sie reiten“ wird aus der Sicht eines Mädchens in romantisierender Form zu Beginn des ersten Weltkriegs besungen, wie die Soldaten in den Krieg ziehen. Das Lied entstand in der allgemeinen Kriegsbegeisterung jener Tage (siehe dazu den Themenschwerpunkt: „Kriegserziehung im Kaiserreich“). Interessanterweise taucht es in der Weltkriegs-Liedersammlung von 1926 […]

Kameraden die Trompete ruft

Kameraden, die Trompete ruft heute heißt es wandern Morgen scheint die Sonne uns in Rußland oder Flandern Kameraden, macht das Herze leicht laßt die Trommeln rühren Pfeifen und Trommeln müssen sein denn es heißt marschieren Meine Liebste, ja, die mag mich nicht hat mich längst verlassen Kam´rad, morgen schon vielleicht sterb ich auf der Straßen […]

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