Bremer Stadtmusikanten

In des Waldes tiefsten Gründen (erotische Fassung)

In des Waldes tiefsten Gründen – von vorn
in den Höhlen tief versteckt – von hinten
schläft der Räuber allerkühnster – zum Zeitvertreib
bis ihn seine Rosa weckt – am Unterleib

„Rinaldini“, ruf sie schmeichelnd – von vorn
„Rinaldini, wache auf! – von hinten
Deine Leute sind schon munter – zum Zeitvertreib
längst schon ging die Sonne auf.“ – am Unterleib

Und er öffnet seine Augen –  – von vorn
lächelt ihr den Morgengruß – von hinten
sie sinkt sanft in seine Arme- zum Zeitvertreib
und erwidert seinen Kuss. – am Unterleib

Draußen bellen laut die Hunde –  – von vorn
alles strömet hin und her! – von hinten
Jeder rüstet sich zum Streite- zum Zeitvertreib
ladet doppelt sein Gewehr. – am Unterleib

Und der Hauptmann, schön gerüstet –  – von vorn
tritt nun mitten unter sie: – von hinten
„Guten Morgen, Kameraden!- zum Zeitvertreib
Sagt, was gibt´s denn schon so früh?“ – am Unterleib

„Unsere Feinde sind gerüstet –  – von vorn
ziehen gegen uns heran.“ – von hinten
„Nun wohlan! Sie sollen sehen- zum Zeitvertreib
dass der Waldsohn streiten kann.“ – am Unterleib

„Lasst uns fallen oder siegen!“
Alle rufen: „Wohl es sei!“ – von hinten
Und es tönen Berg und Wälder- zum Zeitvertreib
ringsherum vom Feldgeschrei. – am Unterleib

Seht sie fechten, seht sie streiten! –  von vorn
Jetzt verdoppelt sich ihr Mut! – von hinten
Aber ach, sie müssen weichen,- zum Zeitvertreib
und vergebens strömt ihr Blut – am Unterleib

Rinaldini, eingeschlossen,  – von vorn
haut sich mutig kämpfend durch – von hinten
und erreicht im finstern Walde- zum Zeitvertreib
eine alte Felsenburg. – am Unterleib

Zwischen hohen, düstern Mauern  – von vorn
lächelt ihm der Liebe Glück – von hinten
es erheitert seine Seele- zum Zeitvertreib
Dianorens Zauberblick. – am Unterleib

Rinaldini, lieber Räuber – von vorn
raubst den Schönen Herz und Ruh – von hinten
ach wie schrecklich in dem Kampfe,- zum Zeitvertreib
wie verliebt im Schloss bist du! – am Unterleib

Text:  Erotische Umdichtung von „In des Waldes düstern Gründen“, dieses Lied geht zurück auf ein Gedicht von Christian August Vulpius von 1800. Auf die gleiche Melodie wie das 1818 entstandene Preisend mit viel schönen Reden wird es seitdem häufig gesungen und fehlt in keinem populären Taschenliederbuch.  Zum erotischen Lied wird es hier aber durch die Methode, jede Liedzeile durch einen eindeutig doppeldeutigen Refrain zu erweitern. Das war vor allem unter Soldaten beliebt, die dazu marschierten.  Ähnliches wurde mit etlichen Liedern gemacht. Der Text bietet sich aber auch an: „Die tiefste Gründe“, da „schläft ein Räuber“, der „geweckt“ werden muß. In der dritten Strophe sinken sie sich eh in die Arme und küssen sich. Quelle der vorliegenden Textfassung: Josef Polsterer . Militaria . Eine Sammlung der typischen handschriftlichen Literatur des deutsch.österreichischen Soldatenstandes , Wien , 1908 .
Die Melodie wurde von Rolf W. Brednich 1956 in Tübinger Studentenkreisen aufgezeichet.
(in Erotische Lieder aus 500 Jahren , 1979)

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Liederthema: Erotische Lieder | Soldatenlieder
Liederzeit: (1908)
Schlagwort: |
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