Ich komme vom Gebirge her

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Ich komme vom Gebirge her

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Ich komme vom Gebirge her,
Es ruft das Tal, es rauscht das Meer.
Ich wandle still und wenig froh,
Und immer fragt der Seufzer: Wo?

Die Sonne dünkt mich hier so kalt
Die Blüte welk, das Leben alt
Und was sie reden: tauber Schall –
Ich bin ein Fremdling überall

Wo bist du, mein gelobtes Land?
Gesucht, geahnt und nie gekannt,
Das Land, das Land so hoffnungsgrün
Das Land, wo meine Rosen blühn.

Wo meine Träume wandelnd gehn
Wo meine Toten auferstehn
Das Land, das meine Sprache spricht,
und alles hat, was mir gebricht

Ich wandle still und wenig froh
Und immer fragt der Seufzer: Wo?
Es bringt die Luft den Hauch zurück:
Da, wo du nicht bist, blüht das Glück!

Text: Georg Philipp Schmidt von Lübeck (1807)
Musik: a) traditionell, Volksweise – b) traditionell aus Tübingen – c) Franz Schubert () – d) Zelter

Der Text „Des Fremdlings Abendlied“ steht zuerst in Beckers Taschenbuch zum Geselligen Vergnügen für 1808. Mit Musik von Herrn Zelter . Später mit verändertem Text wie oben und unter der Überschrift: „Der Wanderer“ in Schuberts Komposition berühmt geworden. Der Text liest sich wie ein Gegenlied gegen das zwei Jahre zuvor entstandene Ubi bene ibi patria ( Wo es mir gut geht, ist mein Vaterland ) –

in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) – Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

Zweite Melodie zu "Ich komme vom Gebirge her"

Zweite Melodie zu
Traditionell aus Tübingen (um 1840)

Anmerkungen zu "Ich komme vom Gebirge her"

Ursprünglich hat das Lied 8 Strophen und ist überschrieben „Des Fremdlings Abendlied“. Hier steht die gekürzte Fassung, welche der Komponist Franz Schubert und das singende Volk sich zurecht gelegt haben. Zwischen 1 und 2 sind 3 Strophen ausgelassen, die erste und letzte wesentlich umgestaltet.

Das Original von 1 und 8 Strophe heißt

1 Ich komme vom Gebirge her
die Dämmrung liegt auf Wald und Meer
ich schaue nach dem Abendstern
die Heimat ist so fern so fern

8 Ich übersinne Zeit und Raum
ich frage leise Blum und Baum
es bringt die Luft den Hauch zurück
Da wo du nicht bist ist das Glück

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