Hat uns nicht Mohammed schändlich betrogen

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Hat uns nicht Mohammed schändlich betrogen

Hat uns nicht Mohammed schändlich betrogen
da er den Wein in Verachtung gebracht
Hat der Verführer nicht fälschlich gelogen
da er das Trinken zur Sünde gemacht
Denn wer nicht trinket den edelen Wein
der mag wohl ein Narre mit Mohammed sein

Konnt er denn den Umgang mit Schönen erlauben
warum vergaß denn der falsche Prophet
dass ohne den Saft gekelterter Trauben
Feuer und Nahrung der Liebe vergeht
Denn wer den edelen Wein nicht genießt
verdient auch niemals dass Doris ihn küßt

Mache mich, Göttin der Liebe, zum Türken
wenn das Gesetze des Alkoran kann
zärtliche Neigung bei Schönen bewirken
nimm doch, o Bacchus, auch meiner mich an
Denn will mich die Liebe zum Menschenfreund weihn
so wünsch ich auch hierin ein Teutscher zu sein

Text und Musik: Verfasser unbekannt
hier: Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

in „Auswahl guter Trinklieder“, 1791. Steht schon in Kindelebens Studentenliedern (1781). „Noch 1848 in Berlin gehört und auch von Hoffmann von Fallersleben aus der Erinnerung 1849 mit anderer, ähnlicher Mollmelodie gesungen. Zur Schreibweise von Mohammed:  „Mahomet“, „Muhamed“, so noch in manchen älteren Drucken falsch geschrieben zu finden.“ (Böhme)

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