Bremer Stadtmusikanten

Es spielte ein Graf mit einer Magd

Balladen | | | , , | 1900 |

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Es spielte ein Graf mit einer Magd
sie spielten alle beide
und als der helle Morgen anbrach
da fing sie an zu weinen.

„Wein‘ nicht, wein‘ nicht mein Mägdelein
dein‘ Ehr will ich bezahlen
Ich will dir geben den Reitknecht mein
dazu zwölfhundert Taler.“

„Den Reitknecht dein, den mag ich nicht,
Ich will den Herren selber.
Ich will hinweg, ich will hinweg,
Will schnell zu meiner Mutter.

„Ach Mutter, liebe Mutter mein,
Mach‘ mir ein Bett von Seiden!
Mach mir’s fein lang, mach‘ mir’s fein schwank,
Den Tod will ich drauf leiden.“

„Ach Tochter, liebe Tochter mein
wie hat es dir gegangen
daß dir der Rock ist vorn zu kurz
und hinten viel zu lange?“

„Ach Mutter, liebe Mutter mein
das darf ich dir nicht sagen:
Es hat ein Graf mit mir gespielt
der Schelm hat mich betrogen.“

„Ach Tochter, liebe Tochter mein
das wollen wir schon machen
Wenn du’s bei Tag oder Nacht gebärst
so tragen wir’s ins Wasser.“

„Ach Mutter, liebe Mutter mein
das gibt uns eine Schande
Wenn das der junge Markgraf erfährt
der jagt uns aus dem Lande.“

Als es nun gegen Mitternacht kam
das Maidlein tat verscheiden
Da kam dem jungen Graf ein Traum
sein Liebchen tat verscheiden.

„Ach, allerliebster Reitknecht mein
sattle mir und dir zwei Pferde
wir wollen reiten Tag und Nacht
bis wir die Post erfahren.

Als sie nun vor die Stadt Regensburg kamen
wohl vor die hohen Tore
da trugen sie sein Feinsliebchen heraus
auf einer Totenbahre.

„Setzt ab, setzt ab, ihr Träger mein
daß ich mein Liebchen schaue!
Ich schau nicht mehr als noch einmal
in ihre schwarzbraunen Augen.“

Er deckt ihr auf das Leichentuch
und sah ihr unter die Augen:
„O weh, o weh! der blasse Tod
hat’s Äuglein dir geschlossen!“

Er zog heraus sein blankes Schwert
und stach sich in sein Herze:
„Hab ich dir geben Angst und Pein
so will ich leiden Schmerzen!“

Man legt den Grafen zu ihr in den Sarg
bescharret sie unter die Linde:
Da wuchsen nach dreiviertel Jahr
aus ihrem Grab drei Lilien.

Text und Musik: Verfasser unbekannt – Es spielt ein Ritter mit seiner Magd

 

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