Es ging ein wohlgezogener Knecht

Es ging ein wohlgezogener Knecht

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Es ging ein wohlgezogener Knecht
über ein breite Aue
da sach er einen schönen Tanz
von Mannen und von Frauen
den Tanz wollt er erschauen

Do sprach der wohlgezogen Knecht:
Gott grüß euch, Jungfrau, alle!
Do sprach die Maid vom Rosenthal
Daß dir ein Ohr abfalle
mit Nasen und mit alle!

Do sprach der wohlgezogen Knecht:
Ihr seid ein grobe Maide!
Do sprach die Maid vom Rosenthal:
Wie machst du’s nur so raide
in deinem groben Kleide!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1540 „Die Maid vom Rosenthal“)

Eine ergötzliche Unterhaltung beim Tanz zwischen einem galanten (wohlerzogenen) Bauernknecht und einem adeligen Fräulein, das den körperlichen Eindringling grob behandelt.

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema: ,
Liederzeit: (1536)
Schlagwort: |


Anmerkungen zu "Es ging ein wohlgezogener Knecht"

Finck 1536. Nr. 47. Die Melodie im Original Tripeltakt, hier je zwei Takte zusammengezogen, der Übersicht halber (s. altdeutsches. Liederbuch Nr. 57). Aus gleicher Quelle der Text bei Uhland Nr. 250. Im Wunderhorn 3, 73 (a. A. 3, 72) sind 4. und 5. Str. unecht. Der ganze Tonsatz aus Finck abgedruckt bei von Liliencron, Leben Nr. 106

3, 2: raide, kraus, gedreht. Nach Liliencron wäre der Sinn: „Wie bringst du nur dein schön gelocktes Haar zu Stande, du Knecht im groben Kleide?“