Erlaubt mir die Anna in Garten zu gehen (Rosengarten)


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Erlaubt mir die Anna in Garten zu gehen
Da seh ich von ferne Narcissen da stehen
Erlaubt mir[‘s[ zu brechen, es ist schon die  Zeit
Die Schönheit der Rosen mein Herz so erfreut.

Nein, nein, meinet Anna, es ist noch zu früh,
Eine Rose zu brechen, die Fell sind noch zu
Wart bis sie wird offen und laß es jetzt noch sein
Es gibt ja noch mehr Gärten, steig anderstwo hinein.

Wo änderst einzusteigen, bin ich’s nicht gesinnt
Die einzige Rosen hat mich ja so entzündt
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Daß dich, Gottstausend, du feuriges Kind
Was hat dich für eine Lieb so angezündt
In einen verbotenen Garten zu gehen?
Was sticht dir in die Augen, tu mir es bestehen,?

Nur eine, sonst keine in die Augen mir sticht,
Wie schöner die Rosen, wie lieber man’s bricht
Verborgene Rosen, die schmecken sehr wohl
Die ich und du brechen, kein Mensch wissen soll.

Komm du nur alleine, du weißt schon die Tür
Mußt aber kein andern nichts sagen von mir
Komm du nur alleine, du weißt schon mein Brauch
Das Herz, das mich liebet, das liebe ich auch

Die Rosen ist brochen, der Garten bleibt stehn
So ist es verboten in den Garten zu gehn
Die Rosen ist brochen, der Garten bleibt zu
So wünsch ich der Anna eine schöne gute Ruh.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Graz ca. 1830. — Hds. Nr. 840 des steiermärkischen Landesarchivs in Graz Handschritt Anton Meixner, S. 126 f., Nr. 82. – Vgl. John Meier, Kunstlieder im Volksmunde [1906], S. 64, Nr. 403. Schon 1681 und 1689 wird das Lied erwähnt, siehe J. M. Wagner, Die deutschen Mundarten. VII [1877], 246 und Anmerkung – bei Emil Karl Blümml: Schamperlieder, 1908


Liederthema: Erotische Lieder
Liederzeit: (1681)
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