Der Bergmann im schwarzen Gewand

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Der Bergmann im schwarzen Gewand

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Der Bergmann im schwarzen Gewande so schlicht
geht still durch das Leben, man acht´ seiner nicht
Tief drunt´ in der Grube, da kämpft er mit Not
verdient sich wohl oft kaum sein tägliches Brot
Doch blickt er zufrieden zum Himmel hinauf
und ruft aus der Grube sein fröhlich „Glück auf“

Der Bergmann gräbt Schätz´ aus der Erde heraus
der Goldschmied, der macht eine Krone daraus
Die Kron´ setzt aufs Haupt sich der Fürst in dem Glanz
den Bergmann, den armen, vergessen sie ganz
Wo nehmest, o Fürst, du die Goldkrone her
wenn tief in der Grube der Bergmann nicht wär?

Das Ringlein am Finger, o Braut, stehts dir gut?
Ein Herz voll Rubinen so rot wie das Blut
Das Ringlein am Finger hat bindende Macht
Wer holt dir das Gold, den Rubin aus dem Schacht?
Wo nehmest, o Braut, du den Brautschmuck wohl her
wenn tief in der Grube der Bergmann nicht wär?

Durch die Welt braust mit Dampf jetzt der menschliche Geist
das eiserne Roß wird mit Kohle gespeist
Die Steinkohle, schwarz wie des Bergmanns Gewand
die entferntesten Länder verbind’ts miteinand
Wo nehmest, o Mensch, du die Wunderkraft her
wenn tief in der Grube der Bergmann nicht wär?

Drum haltet in Ehren der Bergleute Stand
ihr Name wird stets nur mit Achtung genannt
Und drückt uns der Tod die Augen auch zu
vertauscht wird die Grub mit der ewigen Ruh
Nimmt uns die Grube im Friedhof dann auf
der Herrgott ruft, Bergmann, komm aufwärts, Glück auf

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Von Bergleuten in Bantorf (im Deistergebirge) gesungen und von Ludwig Erk 1879 aufgezeichnet
in : Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

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