Ach wie traurig ist das Leben eines armen Kunden


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Ach wie traurig ist das Leben
eines armen Kunden doch
an den Kleidern, an den Trittchen
überall im schweren Bruch

Denn die Krauter wolln nichts geben
weil wir sind in dem Verband
und so muß der arme Kunde
ziehen fort von Land zu Land

In der Herberg angekommen
geht er zur Verpflegstation
holt sich dort den schweren Pickus
schlummert sanft auf Heu und Stroh

Findet der Vizeboß ne Biene
dann heißt`s Kunde du mußt raus
du mußt heute Platte reißen
denn ich fand bei dir ne Laus

Und der Kunde macht ne Schiebung
denn er ist ja mittellos
geht hin auf die Polente
meldet sich dort obdachlos

Und der Putz spricht zu dem Kunden
hau dich nieder in den Kahn
du verstehst das Plattereißen
besser als ein alter Mann

In der Früh gibts schwarzen Kaffee
und ein Stückchen trocken Hanf
und so muß der arme Kunde
schieben schweren Kohldampf

Auf der Landstraß angekommen
setzt er sich wie sich´s geziemt
hat die Stauden ausgezogen
und dann fleißig nachgebient

Find’t der Kunde einen Stummel
von nem Herren aus der Stadt
ja das gibt dem armen Kunden
wieder Priem und Kautabak

Unser Kaiser liebt die Kunden
denn er ist schon viel gereist
Kohldampf hat er nie empfunden
trocknen Hanf noch nie gespeist

Und ich könnt noch viel erzählen
wie´s dem armen Kunden geht
doch ich will jetzt lieber schweigen
damit euch nicht die Lust vergeht

Text: Verfasser unbekannt
Musik: auf die Melodie von Fritze Bollmann
in Der Kilometerstein (1934, “bei Kunden aufgezeichnet”)

 


Liederthema: Vagabundenlieder
Liederzeit: (1930)
Schlagwort: | | -
Liedergeschichte: -