Wohlauf gut Gsell von hinnen

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Wohlauf gut Gsell von hinnen

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Wohlauf, gut Gsell von hinncn
meins Bleibens ist hie nit meh!
der Maie tut uns bringen
den Veiel und grüncn Klee
Vorm Walde hört man singen
der kleinen Vöglein Gsang
sie singen mit hellcr Stimmen
den ganzen Sommer lang.

Ich kann nit mehr geschweigen
Es gelag mir nie so hart
Daß ich trag heimlich Leiden
Gegen eim Fräulein zart.
Ihr Lieb hat mich umfangen,
Darzu ihr schön Gestalt:
Daß ich dich Lieb muß meiden,
Darzu zwingt mich Gewalt.

Gewalt, du bist ein große Pein
Weh, der dich tragen muß!
Du übest gen mir solchen Schein
Mein Leid war nie so groß:
Hat mir ein Eid geschworen
Sie wöll mir bleiben stet
Sie wöll daran gedenken
Wenn sie ein ander bät. —

Das Mägdlein an der Zinnen lag,
Sie sach zum Fenster hinaus.
Aus rechter Lieb und Treue
Warf sie zwei Kränzlein raus;
Das eine was von Veile,
Das ander von grünem Klee:
„Soll ich dich, feins Lieb, meiden,
Meim Herzen dem gschicht groß Weh!“

Text und Musik: Verfasser unbekannt
„Wolauf gut Gsell von hinnen! in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 752 „Wandern und Abschied“)

Text nach Forster III, 1549, Nr. 65, wo nur 2 Strophen stehen, teils nach dem Frankfurter Liederbuch 1582, Nr. 54. Die 4. Strophe steht nur im Frankf. Ldb. und zwar als 6. zum Liede „Ich sach mir für einem Walde ein feines Hirschlein stahn“ — , wohin sie nicht gehört. Uhland (Nr. 64) hat sie herübergezogen und dem vorstehenden Liede zugeeignet.

Eine Verzerrung der Melodie mit bloß erster Strophe bei Forster II, 1540, Nr. 18. Text auch im Ambraser Liederbuch 1582, Nr. 18 (bloß 2 Str.) Ein anderes Scheidelied mit den 2 Eingangszeilen von hier, sonst aber ganz abweichend und nichtssagend, in Heidelberger Handschrift 343.

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