Ungnad begehr ich nit von ihr

Ungnad begehr ich nit von ihr

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Ungnad begehr ich nit von ihr
hoff daß auch mir
solchs nit werd zugemessen
Was möglich ist bin ich bereit
in Lieb und Leid
dein nimmer zu vergessen
Mein Leben lang nimm ich zu Dank
daß sich die Zart weiblicher Art
erzeiget je und anders nie erzeiget hat
als ihren Ehren wohl anstaht.

Ehrentreich und Werth wird sie erkannt
Und billig genannt
Ein Kron weiblicher Güte
Dein Datum steht allein darein
Frumm fröhlich sein
Aus adelichem Gemüte
Verborgen ist, wie wohl bös List
Sind auf der Bahn. Verdrießen möcht han
Nach solcher Schwer, daß alls mit Gfähr
Wird zugericht
Als mir und meinem Haus geschicht

Wo bäurisch Art zu Hof regiert
Gefunden wird
Gut Regiment gar selten
Der Adel wird dardurch veracht
Als ich betracht
Muß ich gar oft entgelten
In diesem Fall Es wird einmal
Verkehren sich, wie wohl jetzt ich
Bin geschlagen aus, darf nit zum Haus,
Ist Klaffers Schuld
In ihrem Dienst trag ich herzlich Geduld

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1673 „Der Vertriebene hofft auf Wandel“)

Liederthema: ,
(1544)



Anmerkungen zu "Ungnad begehr ich nit von ihr"

Die Melodie bei Ott 1544, Nr. 19 wie hier. Etwas abweichend bei E. Glanner, vierstimmige Lieder. München 1578, Nr. 16. Mit geistlichem Text bei Winnenberg 1582, Nr. 12. Bitte um Vergebung der Sünden: „Ungnad begehr ich nicht von dir, ach Gott“ :c. — Mit anderem geistlichem Text: Das ist mein Klag, drum Leid ich trag“ zc. bei Praetorius, Mns. Sion. VII, 1609, Nr, 59. Auch in Rotenbucher’s Bergkreien 1551, Nr. 7 und Werlin’s Liederhandschrift um 1640 verändert. Der weltliche Text hier nach Ott. Auch im Ambraser Liederbuch 1582, Nr. I. Berliner Lieder. 1582, Nr. 53. Fliegendes Blatt Königliche Bibliothek Berlin, Yd. 8° 9476

Der Ton ist schon 1527 geistlichen Liedern vorgeschrieben (s. Wackernagel. Kirchenlieder S. 504 und Bibl. S. 101 und 94). Auch zu einem historischen Texte 1530 (s. Bibl. Nachtrag S. 87).