He is goet pays (Thijsken van den Schilde)

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He is goet pays (Thijsken van den Schilde)

He is goet pays, gout vrede
in alle duitsche Landen
sonder Thijsken van den Schilde
hy leit de Delder ghe vanghen
he leit gevanghen
so swaerlick op sijn lijf

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 249 mit Anmerkungen von Böhme)

Text: Antwerpner Ldb. 1544, Nr. 59, 12 Strophen. Daher Horatiae belgiae. II, S. 81, Willems Nr. 108. Übersetzung bei Wolff, poet. Hausschatz des Auslandes S. 202. Anmerkungen bei Kalff S. 125. — Die Melodie hat sinnlos als Tempuszeichen C. Meine Wiedergabe mit kleineren Noten und Taktwechsel hat am Rhythmus nichts geändert. — Die Wiederholung der letzten Notenzeile habe ich erspart.

Anmerkungen zu "He is goet pays (Thijsken van den Schilde)"

„Das Lied jedenfalls im 15. Jahrh. entstanden, nach einer historisch nicht festgestellten Tatsache, handelt von einem Wegelagerer und dessen Hinrichtung:

Es ist große Freude im Lande, dass ein Ritter, Thyssen von dem Schilde, auf seinen Streifzügen gefangen genommen und zu Delder im Turm liegt, gefangen „auf seinen Leib“, d. h. zum Tode bestimmt. Ohne ihn kehrt seine Bande heimwärts und das Vrouken van den Schilde (nicht Geliebte, sondern Ehefrau!), das auf hoher Zinnen nach ihm ausschaut und ihren Geliebten vermisst, erfährt auf ihr fragen die Wahrheit. Sie wills nicht glauben, lässt ihr Pferd satteln und reitet nach Delder vor das hohe Haus. Nun folgt ein Zwiegespräch mit dem Gefangenen, der sein Haupt aus dem Fenster seiner Zelle heraussteckt. Ein Verweis folgt dem andern. Sie wirft ihm vor, dass sie ihn vor seinen nächtlichen Raubzügen immer gewarnt habe. Darauf macht er ihr den Vorwurf, dass sie die Schuld und Ursache seiner Räuberei sei, weil sie bei ihrer Prunksucht nur Silber und Gold tragen wolle. Die Beschuldigte erwidert: Hättest du mit diesem Wort geschwiegen, mit Silber und Gold hätte ich dich aufgewogen. (Damit ist ein Lösegeld gemeint). „Nun mag es kosten deinen jungen Leib!“ und höhnend fügt sie hinzu, sie wolle das Rad mit Rosen umkränzen darauf er ruhen möge. —

Hoffmann (S. 48 der Einl.) hat in diesem Liede das Losbitten eines Gefangenen durch seine Geliebte (?) erkennen wollen. Kalff (S. 145) hat diesen Irrtum zurückgewiesen: denn nirgends im Liede ist von einer unverheirateten Jungfrau die Rede , sie heißt „Vrouken van den Schilde“ und mag des Ritters Frau gewesen sein, wenn auch die Ehe vielleicht der kirchlichen Einsegnung entbehrte. Das Lied ist, wie Kalff gefunden, schon zu Anfang des !6, Jahrhunderts dramatisiert worden, in Sam. Coster’s „Speel van Thysken van den Schilde“, darin zwei Personen spielen.“

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