Schleswig-Holstein meerumschlungen (II)

An Schleswig-Holstein (1846)

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Schleswig-Holstein meerumschlungen,
Deutscher Sitte hohe Wacht,
Daß es nie Euch werd entrungen,
Deutschlands Söhne, habet Acht!
Wahre, deutsches Vaterland,
Schleswig-Holstein stammverwandt

Hohe Wacht an deutscher Pforte,
Sollst nicht preisgegeben stehn
Hör die mächtgen Losungsworte,
Die durch Deutschlands Gaue gehn
Einheit, Treue, Vaterland,
Schleswig-Holstein stammverwandt.

Ob der Sturm gewaltig tose,
Deutsche Männer, wanket nicht
Ob der Feind auch trügend kose.
Fort mit dem, was er verspricht
Treulich hüt, o Vaterland,
Schleswig-Holstein stammverwandt.

Wenn die Stämme sich umfassen,
Trotzen sie des Sturmes Graus,
Wenn die Brüder sich nicht lassen.
Dringt kein Fremder in das Haus,
Der da trennt vom Vaterland,
Schleswig-Holstein stammverwandt.

Laßt euch mahnen jene Zeiten,
Wo der Schwede, der Franzos
Deutsche hieß mit Deutschen streiten.
Noch ist Elsaß von Uns los,
Nie soll ab vom Vaterland
Schleswig- Holstein stammverwandt .

Nein, der Däne solls nicht haben,
Und der Russ soll nicht herein,
Unsrer Warte Wall und Graben
Werden unsre Leiber sein,
Ewig bleib beim Vaterland
Schleswig-Holstein stammverwandt

Offener Brief des Königs von Dänemark und des deutschen Volkes Antwort“
( Authentische Aktenstücke. Leipzig 1846, S. 30. )

Daß diese Fassung, die nicht an Schleswig-Holstein, sondern an das ganze Deutschland gerichtet ist, sich seinerzeit einer gewissen Volkstümlichkeit erfreute, geht daraus hervor, daß sich im Jenaer „Patriotischen Westentaschenliederbuch vom Jahre 1848″ die Strophen dieser Umdichtung mit etwas verändertem Refrain durcheinander mit denen des Chemnitzschen Textes abgedruckt finden . Die Chemnitzschen Strophen erscheinen in richtiger Reihenfolge als Str. 1, 2, 6, 7, 8 und 9. Strophe 3, 4 und 5 lauten in enger Anlehnung an die 1846 veröffentlichte Umdichtung, nur mit dem Unterschiede, daß die Anrede hier wieder an Schleswig- Holstein gerichtet ist.

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