Schleswig, Holstein, schöne Lande,
Wo mein Fuß die Welt betrat,
O, daß stets an eurem Strande
Keime wahren Glückes Saat!
Schleswig, Holstein, stammverwandt,
Haltet fest der Eintracht Band!

Wie um euch die Stürme tosen,
Wogend braust die wilde Flut,
Haltet fest der Liebe Rosen,
Haltet fest der Treue Mut!
Schleswig, Holstein, stammverwandt,
Haltet fest der Eintracht Band!

Gott ist stark auch in den Schwachen,
Wenn sie gläubig ihm vertraun,
Und ein gutgelenkter Nachen
Kann trotz Sturm den Hafen schaun.
Schleswig, Holstein, stammverwandt,
Haltet fest der Eintracht Band!

Wie die Häuser schön umkränzen
Die umbuschte alte Schlei,
Wie die Wellen silbern glänzen,
Naht oft bald ein blumger Mai.
Schleswig, Holstein, stammverwandt,
Haltet fest der Eintracht Band!

„Um das Verhältnis des Straßschen Textes zu der heute volkstümlich gewordenen Chemnitzschen Umdichtung zu erörtern, ist es nötig, die verschiedenen Fassungen des Liedes miteinander zu vergleichen. Auf der bei Bruhn erschienenen Partitur war die Verfasserschaft von Straß durch die Worte „nach einem Gedichte von Straß“ angedeutet worden. Auf dem bei Breitkopf und Härtel in Leipzig gedruckten Flugblatt 21 steht schon Chemnitz Name allein. Da brachte 1846 das Itzehoer Wochenblatt in zwei aufeinanderfolgenden Nummern eine Notiz, in der auf die Straßsche Vorlage hingedeutet wurde, und gab im Anschlüsse daran eine Gegenüberstellung des Straßschen and des Chemnitzschen Textes, um „jeden, der sich dafür interessieren möchte, in den Stand zu setzen, eine Vergleichung anzustellen.“

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