I woaß a schöni Glock’n

Oberbayrisches Gebirgslied

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I woaß a schöni Glock’n

I woaß a schöni Glock’n
die Hot an schön Klang
und i woaß a schöns Dienei
das Hot an schön Gang.

Ich woaß a schöni Alm
Und die hat an Kleeplatz
Und da geht dees schö Dienei
Und dees is mei Schatz

Und beim Dienei seiner Hütt
Da singn die Schwalbn
Und da laufe die Gambsein
Glei‘ her über d‘ Alm.

Mei Lebn und mei Freud
Und mei Kopf und mei Sinn
Is allweil beim Dienei
In der Almhüttn hin

Und i ko‘ nimmer sitzn
I ko‘ nimmer steh
Und i muaß zu ihr auffi
Auf d‘ Alm auffi geh

Aus ’n Tal bin i ganga
Auf d‘ Alm bin i g’rennt
Und do hats mi vo‘ weitn
In Juchezn kennt.

Du flachshaarets Diendel
Di hon i so gern
Und i kunnt wegn den Flachs
Glei‘ a Spinnradl wer’n.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Oberbayerisches Gebirgslied vom Schliersee
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 604)

Abweichungen im Text

Vielfach unter Schnaderhüpfln begegnet uns der Anfang, so z. B. in Kärntnischen Volksliedern S. 14. ‚

I waß a schöns Glöckerl
Das hat an schön Klang
I waß a schöns Diandl
Das hat an schön Gang.

Das Diandl das möcht i
Das hätt i so gern
Das hat a Paar Äuglen,
Als wie a Paar Stern.

Vergl. Hoffmann: Schlesische Volkslieder S. 101

Anmerkungen zu "I woaß a schöni Glock’n"

Das Oberbayerische Gebirgslied mündlich bei G. Scherer: Deutsche Volkslieder Nr. 63 (dort auch die Melodie). — Vergl. „Bayerische Gebirgslieder mit Bildern von E. Neureuther. München 1831. Heft 1, Bl. 2; — und „Oberbayerische Lieder“, gesammelt von F. v. Kobell. München 1860, Nr. 38. —

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