Meine kleine Gartenlaube

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Meine kleine Gartenlaube

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Meine kleine Gartenlaube
ist mein größtes Heiligtum;
einst schuf eine holde Taube
mir sie zum Elysium.

Als der kühle Zephyr spielte
und der volle Silbermond
durch die dichten Zweige schielte,
die die Nachtigall bewohnt

Saß mein Mädchen stumm und traurig
bei mir auf einer Rasenbank;
alles war sonst still und schaurig,
und kein munt’rer Vogel sang.

Sieh, da küsste eine Taube,
zärtlich mit dem Gatten sich,
über uns auf meiner Laube
kosten sie so inniglich.

Und wir sahen es, und schweigend
sanken wir auch Brust an Brust;
Lipp‘ an Lippe fester neigend,
sogen wir die Himmelslust

Schwuren beide ew’ge Treue,
ew’ge Lieb‘ in Freud und Leid,
und mit seiner höher’n Weihe
hat uns Amor eingeweiht.

Meine Laube wird drum bleiben
ewig teuer mir und hold;
nichts soll mich aus ihr vertreiben,
selbst kein glänzend Erdengold

Text: Verfasser unbekannt
Musik: vermutlich Ditters von Dittersdorf (1739-1799)

Text nach einem fliegenden Blatt um 1820 (Frankfurt und Berlin, Trowitzsch und Sohn: Sieben schöne neue Lieder das letzte. Melodie aus einem Notenheft für Flöte, geschrieben um 1800-1810. Wahrscheinlich aus einer Oper von Dittersdorf, aus  Berlin.

u.a. in Als der Großvater die Großmutter nahm (1885) – Volkstümliche Lieder der Deutschen (1895)

Liederthema:
Liederzeit: (1799)
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