Luise ging im Garten (Die Rheinbraut)

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Luise ging im Garten
den Bräutigam zu erwarten
da hatte Luise am Himmel gesehn
daß sie im Rhein sollt untergehn

Sie ging zu ihrem Vater:
„Ach Vater, liebster Vater,
könnte dies, könnte das nicht möglich sein
daß ich ein Jahr noch könnt bei euch sein?“

„Ach nein, das kann nicht gehen
deine Heirat muß geschehen
du mußt hinüber wohl über den Rhein
du kannst nicht länger mehr bei uns sein!“

Sie ging zu ihrer Mutter:
„Ach, Mutter liebste Mutter,
könnte dies, könnte das nicht möglich sein
daß ich ein Jahr noch könnt bei euch sein?“

„Ach nein, das kann nicht gehen
deine Heirat muß geschehen
du mußt hinüber wohl über den Rhein
du kannst nicht länger mehr bei uns sein!“

Sie ging in ihre Kammer
und weinte vor Schmerz und Jammer
sie zog ihr schneeweiß Kleidchen an
und wartete bis der Bräutigam kam

Der Bräutigam kam gefahren
mit siebenundsiebzig Wagen
der erste war mit Gold beschlagen
darin sollt unser Luisen fahren

Sie fuhren wohl über die Brücke
Luisen saß in der Mitte
da kam ein großer Sturm daher
und warf Luisen in das Meer

Der Wagen war versunken
Luisen war ertrunken
Da hatte der Vater keine Luise mehr
die Mutter weinet gar so sehr

Text und Musik: Verfasser unbekannt, erinnert an die alte Ballade „Es freit ein wilder Wassermann“. Nach dem Zupfgeigenhansl (1908), Melodie aus Oberhessen , Hessen , sehr ähnlich – „Christinchen saß im Garten“ —  mit etwas anderem Schluß auch in Verklingende Weisen – Volkslieder aus Lothringen Band II , 1928 –

Die letzten beiden Strophen in der Lothringer Fassung:

Da fuhren sie über die Brücke
die Brücke brach in Stücke
Christinchen fiel und fällt in den Rhein
sie brach sich den Arm und das linke Bein

Der Vater stand von ferne
er sah Christinchen schwimmen
„Christinchen liebes Kindelein
könnt ich doch nur an deiner Seite sein!“

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1908)

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