Bremer Stadtmusikanten

Heinrich Weismann

Weismann, Friedrich Bernhard Heinrich

| 1808

Friedrich Bernhard Heinrich Weismann wurde am 23. August 1808 in Frankfurt a. M. als Sohn eines aus Württemberg stammenden Kaufmanns geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, widmete sich vom Herbst 1827 ab dem Studium der Philologie, Philosophie und Theologie in Heidelberg und Berlin (bei Schleiermacher, Neander, Böckh und Ritter) und promoveirte an erstgenannter Hochschule im Herbst 1830 mit der Dissertation „De divisoribus et sequestribus ambitus apud Romanos instrumentis“. 1831 bis 1839 war er Hauslehrer in einer Frankfurter Bankierfamilie und unterrichtete daneben in deutscher Sprache. Litteratur und Geschichte an verschiedenen Mädcheninstituten und auch am Gymnasium.

1839 wurde er ordentlicher Lehrer an der Musterschule (Realschule), an welcher er in den höheren Knaben- und Mädchenclassen (von 1850 ab nur an diesen) für Geschichte, Geographie, deutsche Sprache und Litteratur und später auch für Kunstgeschichte thätig war. Außerhalb der Schule entfaltete er eine rege Wirksamkeit in seiner Freimaurerloge und besonders in den Frankfurter Gesangvereinen. Am Zustandekommen des ersten deutschen Sängerfestes in Frankfurt 1838 war er hervorragend beteiligt; dessen und der späteren Feste nationale Bedeutung für die geistige Einigung Deutschlands hat er scharf erkannt und ausgesprochen; als getreuer und begeisterter Chronist hat er dem Sängerfeste 1838, dem Schützenfeste 1862 und seinem Gesangvereine „Liederkranz“ bei dessen 50jährigem Stiftungsfeste gedient.

1841 wurde er von Frankfurt aus zum Schweizer Sängerfeste nach Thalweil abgeordnet und schloß hier Freundschaft mit dem gleichgesinnten „Sängerpfarrer“ Sprüngli. Aus seiner pädagogischen Wirksamkeit ist vor allem seine Thätigkeit für die Einführung des Turnens in Mädchenschulen hervorzuheben, für die er in Wort und Schrift lebhaft eintrat; 1849 hatte er sich für diesen Unterrichtszweig durch Spieß in Darmstadt ausbilden lassen; auch der Einführung der Kunstgeschichte im Mädchenunterricht hat er sich mit bestem Erfolge gewidmet.

1876 wurde er Director der unter dem Namen „Elisabethenschule“ von der Musterschule abgezweigten Mädchenclassen, trat aber schon 1881 in den Ruhestand und starb am 19. Januar 1890. In den Frauenkreisen seiner Vaterstadt, die er in zwei Generationen herangebildet hat, hatte er sich bis zu seinem Tode der wärmsten und wohlverdientesten Anerkennung und Liebe zu erfreuen. — Außer Schulprogrammen und Commentaren zu classischen Dichterwerken für den Schulgebrauch sind von seinen wissenschaftlichen Werken zu nennen: die Ausgabe von Goethe’s Jugendarbeiten, den labores juveniles, aus dem Besitze der Frankfurter Stadtbibliothek (1846) und die von einem großen gelehrten Apparate begleitete Herausgabe des Alexander-Liedes des Pfaffen Lamprecht (1850). —

Seine vielfach tiefsinnigen und formvollendeten Gedichte sind bei seinen Lebzeiten nur einem|kleineren, meist auf seine Vaterstadt beschränkten Kreise bekannt und lieb geworden; aber das prächtige, von Kalliwoda herrlich componirte „Deutsche Lied“ (Wenn sich der Geist auf Andachtschwingen zum Himmel hebt) hat sich überall da eingebürgert, wo deutscher Männergesang hochgehalten wird.

in: Allgemeine Deutsche Biographie 41 (1896), S. 553-554 (Rudolf Jung)

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Heinrich Weismann im Archiv:

Wenn sich der Geist (Das deutsche Lied)

Wenn sich der Geist auf Andachtsschwingen zum Himmel hebt durch Erdennacht zum Licht zu dringen die Seele bebt Dann fühlt die Brust ein heilig Drängen das aufwärts zieht und es ertönt in ernsten Klängen das deutsche Lied, das deutsche Lied Erbleichen all die kleinen Sterne der Kindheitsnacht und kündet Morgenrot von Ferne der Sonne Pracht […]

Hand in Hand mit Sang und Klang

Hand in Hand mit Sang und Klang kommt zum heitern Tanz und aus viel verschlung´nem Sang strahlt der Einheit Kranz Stern bei Sternen ohne Zahl Vögelein mit Schall ziehn harmonisch allzumal durch das Weltenall Wie in fest verbundner Schar wir zum Reigen gehn soll uns alle manch ein Jahr eng vereint noch sehn Eins dem […]

In der Welt ist viele Wonne

In der Welt ist viele Wonne für uns allwärts ausgestreut wie das Licht der lieben Sonne Segen allen Fluren beut Seht die Blumen wie sie sprießen seht die Bächlein wie sie fließen alles ruft zur Lust uns auf alles ruft zur Lust uns auf Doch die höchste Freude blühet in der Freundschaft heiterm Bund Wenn ein […]

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