Kaiser Joseph willst du dann

Bayerischer Erbfolgekrieg

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Kaiser Joseph willst du dann

Kaiser Joseph willst du dann
Eines mit mir wagen?
Ich und auch mein Prinz Wilhelm
werden mit dir schlagen
Kennst du nicht den alten Greis
Friederich den Großen?
Er wird deine stolze Macht
als ein Held umstoßen.

Was hat dich dazu gebracht
mit mir Krieg zu führen?
Ich werd‘ ja, gleichwohl wie du
nicht gern was verlieren
Oder meinst du, dass ich alt
und nicht werde kommen?
Darum Hab ich meinen Prinz
Wilhelm mitgenommen.

Wenn es Gottes Wille ist
und mein Prinz bleibt leben
Fürchtet sich vor dir auch nichts
und wird nicht nachgeben
Denn er hat so viel gelernt
daß er kann bestehen
Und ich Hätt es nicht gebraucht
mit ins Feld zu gehen.

Hast du gleich den Böhmerwald
um und um verhauen,
Komm mit mir ins freie Feld
laß dich doch beschauen!
Dort will ich mit meinem Prinz
dich zur Hochzeit laden,
Daß du mit der stärksten Macht
sollst im Blute Waden.

Weil ich aber noch gesund
will der Welt ich zeigen:
Daß ein junger Held, wie du
noch vor mir muß weichen.
Denn ich werd im Altertum
Keinen mehr verschonen
Ich Hab Geld und Leut genug
und dazu Kanonen.

Text: Verfasser unbekannt
Musik: auf die Melodie von Ohne Lieb und ohne Wein (1770)
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 334 1 „Bayerischer Erbfolgekrieg“)

Lied aus dem Fränkischen mündlich bei F. W. v. Ditfurth, fränk. VL. II Nr. 218. Wiederholt in dessen Histor. BL. v. 1763—1812 Nr. 8. Preuß. Heerlieder 43, Österr. Heerlieder Nr. 28. Längerer Text von diesem Lied auf einem fl. Bl. (Ditf., Fränk. BL. Nr. 219). — Die Mel. ist die zum Trinklieds von Adam Hiller 1770: Ohne Lieb und ohne Wein.

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