Guten Tag Herr Gärtnersmann

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Guten Tag Herr Gärtnersmann

Guten Tag, Herr Gärtnersmann
hat er nicht Lavendel
Rosmarin und Thymian
und ein wenig Ouendel

Ja Fräulein*, das Hab ich wohl
Draußen in dem Garten
Wollen Sie so gütig sein
Und ein wenig warten?

Bursche, hol den Sessel rein
Mit den goldnen Spitzen
Fräulein wird Wohl müde sein
Und ein wenig sitzen

Bursche, hol ein Sträußchen her
Aus dem Rosengarten
Nimm dich aber wohl in Acht
Tritt nicht auf Rabatten!“

Und der gute Junge ging
Freudig nach dem Beetchen
Doch sein blaues Auge hing
An dem schönen Mädchen.

Blumen wand er ihr zum Strauß
Ach, mit heißem Sehnen
Als er ihr das Sträußchen reicht
Flossen seine Tränen

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 582 „Der Gärtnerbursche“, als Volkslied aus Thüringen)

Anmerkungen zu "Guten Tag Herr Gärtnersmann"

Das Lied stammt jedenfalls aus der sentimentalen Werther-Periode (1780— 1800). Gleichen Anfang hat ein schmutziges Lied aus dem Ende des 17. Jahrhunders (Neues Weltliches Liederbüchlein), das von Geilheit und Not einer Magd handelt

"Guten Tag Herr Gärtnersmann" in diesen Liederbüchern

Text und Mel. bei W. Irmer, „Die deutschen Volkslieder“. Neue Folge. Berlin 1842. Auch bei Fiedler 194. Mündlich mit derselben Melodie aus dem Lahnkreis 1885. Unvollständiger Text aus dem Würtembergischen (Urach) bei Erlach 4, 186.

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