Bremer Stadtmusikanten

Graue Jacken sagt er (Lob des Turnens)

Graue Jacken, sagt er
sind gar schön, sagt er
und beim Turnen, sagt er
anzuziehn, sagt er
denn die Kleider, sagt er
machen Leut, sagt er
das war immer, sagt er
schon wie heut

Zwar sollt turnen, sagt er
alle Welt, sagt er
doch ist´s leider, sagt er
schwach bestellt, sagt er
man sucht lieber, sagt er
Spiel und Tanz, sagt er
und noch andern, sagt er
Firlefanz

Jeder Mensch ist, sagt er
von Natur, sagt er
etwas träge, sagt er
glaub es nur, sagt er
alle Übung, sagt er
wird ihm schwer, sagt er
sonst schon turnten, sagt er
noch viel mehr

Doch der Mensch, sagt er
selbstbewußt, sagt er
soll mit Eifer, sagt er
und mit Lust, sagt er
stets betreiben, sagt er
nützlich Ding, sagt er
und ide Arbeit, sagt er
wird gering

Es ist eigne, sagt er
Willenskraft, sagt er
die das Gute, sagt er
in dir schafft, sagt er
und das Turnen, sagt er
dient zumeist, sagt er
für den Körper, sagt er
und den Geist

Es verleihet, sagt er
Selbstgefühl, sagt er
und des Schönen, sagt er
noch sehr viel, sagt er
unter anderm, sagt er
Mannesmut, sagt er
als ein wahres, sagt er
Lebensgut

Drum nur trete, sagt er
In die Bahn, sagt er
die gegeben, sagt er
Vater Jahn, sagt er
es wird nimmer, sagt er
dich gereun, sagt er
dich vielmehr, sagt er
doch erfreun

Denn im Kreise, sagt er
einer Schar, sagt er
froher Turner, sagt er
ist fürwahr, sagt er
heitres Leben, sagt er
leichtes Blut, sagt er
jeder fühlt sich, sagt er
wohlgemut

Und das Turnen, sagt er
am Gerät, sagt er
fange an, sagt er
nicht zu spät, sagt er
zwar im Alter, sagt er
turnt man auch, sagt er
doch bei vielen, sagt er
Ist´s nicht Brauch

Trag die Jacke, sagt er
nicht zum Schein, sagt er
bei der Übung, sagt er
mußt du sein, sagt er
denn sie stärket, sagt er
deinen Leib, sagt er
und gewähret, sagt er
Zeitvertreib

Gehe pünktlich, sagt er
jedesmal, sagt er
wenn geturnt wird, sagt er
ins Lokal, sagt er
reges Treiben, sagt er
herrschet dort, sagt er
an dem besten, sagt er
Tummelort

Halt auf Ordnung, sagt er
liebe sie, sagt er
Ordnung spart dir, sagt er
manche Müh, sagt er
und verschafft dir, sagt er
Früchte oft, sagt er
wo du solche, sagt er
nicht gehofft

Deine Freude, sagt er
möge nicht, sagt er
jemals scheuen, sagt er
Tageslicht, sagt er
meid das Böse, sagt er
wie die Pest, sagt er
an dem Bessern, sagt er
halte fest

Eine rechte, sagt er
Männlichkeit, sagt er
ziert den Turner, sagt er
jederzeit, sagt er
nach ihr strebe, sagt er
für und für, sagt er
sie erwirbt, sagt er
Freunde dir

Fehlt auch manchem, sagt er
immerhin, sagt er
noch der rechte, sagt er
Turnersinn, sagt er
geh du ernster, sagt er
nur voran, sagt er
da dein Beispiel, sagt er
wirken kann

Ja erfüllen, sagt er
wir am Reck, sagt er
und am Barren, sagt er
unsern Zweck, sagt er
Leib und Seele, sagt er
hat Gewinn, sagt er
und Vergnügen, sagt er
obendrin

Und die Alten, sagt er
im Verein, sagt er
sollen Muster, sagt er
darin sein, sagt er
daß die Jungen, sagt er
mit Vertraun, sagt er
und mit Achtung , sagt er
auf sie schaun

Habt das Turnen, sagt er
lieb und wert, sagt er
weil es Nutzen, sagt er
euch gewährt, sagt er
euer Wahlspruch, sagt er
immer sei, sagt er
„Frisch und frei“ , sagt er
„strak und treu!“

Text: Verfasser unbekannt
Musik: nach „In Schönbrunn sagt er
in Der freie Turner  , 1913

siehe auch Friedrich Ludwig Jahn

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Liederthema: Turnerlieder
Liederzeit: (1913)
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