Es wollt ein Jäger wohl jagen

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Es wollt ein Jäger wohl jagen

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Es wollt ein Jäger wohl jagen
drei Viertelstunden vor Tagen
ein Hirschlein oder ein Reh

Was begegnet ihm auf Grünheide?
ein Mägdlein in weißem Kleide
die wollt er nehmen zur Eh

Er faßt sie wohl bei der Mitten
und führts in seine Schlafhütten
von Abend bis wieder an Tag

Wolauf, jung Jäger, bei Zeiten!
du hast es verschlafen vor Freuden
ein Jungfrau bin ich noch

Das tat den Jäger verdrießen
er wollte das Mägdlein erschießen
weil sie es so reden tät

Sie fiel dem Jäger zu Füßen
er sollt sie doch nicht erschießen
er sollt ihr verzeihen die Red

Er tat sich gleich wieder bedenken
er wollte das Leben ihr schenken
bis auf ein ander Mal

Sie tat den Jäger wohl fragen,
ob sie grün Kränzlein dürft tragen
auf ihrem goldgelben Haar?

Grün Kränzlein sollst du nicht tragen
weiß Häublein sollst aufhaben
wies andre jung Jägersfraun tun

Jetzt laß ich mein Härlein fliegen
ein ander schön Schätzchen zu kriegen
dem Jäger zu Spott und Hohn

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Vielfach mündlich, aus dem Hessen-Darmstädtischen, aus Schlesien, Franken, Thüringen etc. Mit Benutzung von flieg. Blättern aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts
in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 174a)

Geschichte dieses Liedes:
Liederthema:
Liederzeit: (1760)

Anmerkungen zu "Es wollt ein Jäger wohl jagen"

Varianten:

  • 1, 1. Es ging ein Jägerlein jagen drei Stündlein vor dem Tagen. –
  • 2, 3. er bat sie um die Eh. –
  • 3, 3. durch Beiel und grünen Klee. –
  • 3a. Da lagen zwei Liebchen beisammen, mit schneeweißen Armen umfangen von Abend bis wieder an Tag. –
  • 4, 3. ein reine Jungfrau bin ich noch. –
  • 5, 3. weil sie es die Red ihm antät. –
  • 6, 3. um eine so schlechte Red. –
  • 8. Ei Jäger! Eins will ich dich fragen: ob ich ein grün Kränzlein darf tragen auf meinem goldfarbenen (kohlschwarzen) Haar? –
  • 9, 3. wies andre Waldfrauen tun. –
  • 10, 1. So will ich mein Haar lassen fliegen.
  • 10, 3. dem Jäger zu Schand (Schimpf) und Spott.

Weiter unten die Lesarten aus dem 16. u. 17. Jahrh. (Vgl. Uhland. I, 241: „It wolde ein gut Jeger jagen.“ – Uhland. II, 875: „Es wollt ein Jäger jagen, er jagt vom Himmelsthron.“ – Hoffmann v. F. „Geschichte des deutschen Kirchenliedes.“ 2. Ausg. S. 396. – P. Wackernagel, „Das Deutsche Kirchenlied.“ S. 603: „Es wollt ein Jäger jagen dort wol vor jenem Holz.“)

"Es wollt ein Jäger wohl jagen" in diesen Liederbüchern

Vgl. Hoffmann v. F. Schles. Volksl. S. 202. – Meinert. 203. – F. Nicolai, fein. kl. Almanach. I, 76. [Die Mel. gehört ursprüngl. zu einem ganz andern Liede.] J. Görres, Altdeutsche Volks- u. Meisterlieder. Frankf. a. M. 1817. S. 181.)

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