Bremer Stadtmusikanten

Es ist mein großes Unglück

Es ist mein großes Unglück
Daß ich so wunderschöne bin
Die Jungfern reissen mich in Stücke
Wenn ich nicht will von hinnen ziehn
Die Weiber kommen auch dazu
So hab ich weder Rast noch Ruh

Wenn ich bey einer bin gewesen
So find sich schon die andre Magd
Die bringt mir einen Brieff zu lesen
Und mich mit neuer Liebe plagt
Da ich noch bey der andern bin,
So kommet schon die dritte hin

Ich kan mich nicht zu todte lieben,
Man kriegt des Dinges gleichwohl satt,
Ein Schiffmann kan nicht immer segeln,
Wenn er gleich Schiff und Ruder hat;
Schont doch ein Bauer seine Hand
Und hängt den Flegel an die Wand.

Ein Fuhrmann fährt die gantze Woche,
Doch ruht er auff den Sontag aus
Ein Bergmann steckt nicht stets im Loche,
Er kriechet unterweilen raus,
Ein Fechter, der da haut und stöst,
Wird doch von andern abgelöst.

Ich bin den gantzen Tag geschoren,
Was hab ich endlich doch davon
Die Kräffte gehen mir verlohren,
Das ist das beste Macherlohn
Und wenn es kömmt, so heist der Schluß,
Daß ich von hinnen ziehen muß.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in: Bergliederbüchlein ca. 1700/10, S. 75, Nr. 68. — Vgl.
Kopp, S. 46, Nr. 58 – in Emil Karl Blümml, Schamperlieder, 1908

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Liederthema: Erotische Lieder
Liederzeit: (1840)
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