Ein Musikus wollt fröhlich sein (Gute Fugen)

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Ein Musicus wollt fröhlich sein
Es tät ihm wohl gelingen
Er saß bei einem guten Wein
Da wollt er lustig singen
Bekannt ist weit und breit der Wein
Gewachsen hin und her am Rhein
Macht sittlich modulieren
Tut manchen oft verführen

Davon setzt er ein Liedlein klein
Das tät er wohl betrachten
Und mischet gute Fugen ein
Niemand konnts ihm verachten
Er gdacht in dem Gemüte sein:
„Ei wären tausend Kronen mein
Und alle Jahr ein Fuder Wein
Das könnten gute Fugen sein,“

Zudichtung von Bornemann (1811):

Der Kaiser hochvergnüget ward
Als er das Lied tät hören
Er schwur bei seinem Kaiserbart
Die Bitte zu gewähren
Der Kaiser schrieb ein Brieflein fein
Da legt er tausend Kronen ein
Ein Fuder Wein zog hinterdrein
Das laß ich mir ein’n Kaiser sein!

Der Musikant schenkt lustig ein
Den süßen Saft zu nippen
Es floß so feurig wie der Wein
Das Lied von seinen Lippen
So sang er frei von Sorg und Not
Vom Morgen- bis zum Abendrot
Doch Heuer geht die Kunst nach Brot —
Der gute Kaiser — der ist tot!

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1784 „Gute Fugen“)

Liederthema: ,
Liederzeit: (1611)


"Ein Musikus wollt fröhlich sein (Gute Fugen)" in diesen Liederbüchern

„Newe deutsche Gesänge, Componiret durch  Andream Hackenberger“ (Danzig 1610) S. 11 (bloß 2 Strophen. wie oben). Daher Wunderhorn II. 412 (n. A. 2, 433). — Das Lied ist sehr beliebt geworden durch Zelter’s treffliche vierstimmige Compofition, zunächst in der Berliner Liedertafel. Bornemann hatte 1811 noch zwei Strophen dazu gedichtet, die seitdem immer mitgesungen werden und dem Liede einen befriedigenden Abschluß geben. (Vergl. Hoffmann, Gesellschaftslieder 361.)