Der Himmel ist so trübe (Mitternacht)

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Der Himmel ist so trübe (Mitternacht)

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Der Himmel ist so trübe
Scheint weder Mond noch Stern
Und Oscar, den ich liebe
Ach, ist so fern, so fern
Versprach mit Hand und Munde
Beim Auseinandergehn
Gerad‘ um diese Stunde
Zum Himmel aufzusehn

Willst du nicht mehr erscheinen
O Mond, auch du uns fliehn?
Der Fernen Blick nicht einen
In Tränen nicht mehr glühn?
Der uns so oft belauschte
Wenn Aug am Auge hing
Das Herz nur Seufzer tauschte
Und schweigend sich umfing

Wenn Liebe nicht zu sprechen,
Ja kaum zu seufzen wagt
Ist sie denn ein Verbrechen
Das am Gewissen nagt? —
So hab ich kein Gewissen
So hab ich nur ein Herz!
Denn, ach! nach tausend Küssen
Fühlt jenes keinen Schmerz

Die Sehnsucht schleicht mit Schmerzen
Sich zwar zu mir heran —
Doch steckt nur eure Kerzen
Orion, Hesper, an!
Dann fällt mit einem Male
Auf euch des Trauten Blick
Und o mit ewgem Strahle
Auch bald auf mich zurück

Text: Leopold Friedrich Günther von Göcking (1787)
Musik: Verfasser unbekannt (vor 1808)

„Das Gedicht mit seinem mythologischen Aufputz lässt kalt und wurde dennoch gesungen.“,  schreibt Böhme in  „Volkstümliche Lieder der Deutschen“ (1895) Populär war aber eine Version, wo lediglich die ersten Zeilen übernommen wurden und die Zeile „Und Oscar, den ich liebe“ wurde durch „der Jüngling, den…“ bzw „das Mädchen, das ich liebe“ ersetzt. Gut möglich, dass das Volkslied das Original ist und dieses Gedicht die Kopie.

Anmerkungen zu "Der Himmel ist so trübe (Mitternacht)"

Textabdruck bei Erlach Volkslieder, 4 79. In einer alten Handschrift, 1808 mit Melodie war der Anfang der 3 Zeile so geändert: „Und Oskar, den ich liebe…“ .Die Melodie ähnelt sehr der norddeutschen Kinderweise „Puthöneken“

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