Der Gutzgauch hat sich zu Tod gefalln

Absagebrief

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Der Gutzgauch hat sich zu Tod gefalln

Der Gutzgauch hat sich zu Tod gefalln
von einer hohlcn Weiden
Wer soll uns diesen Sommer lang
die Zeit und Weil vertreiben?

Das soll sich tun Frau Nachtigall
Sie sitzt auf einem Zweige
Sie singt und springt, ist freudenvoll
Wann andere Vöglen schweigen

Mein Buhl hat mir ein Brief geschickt
Darin da steht geschrieben
Sie Hab ein Andern lieber dann mich
Darauf Hab ich verzigen.

Hast du ein Andern lieber dann mich
Das acht ich wahrlich kleine
Da sitz ich mich auf mein apfelgraus Roß
Und reit wohl über die Heide

Und do ich über die Heiden kam
Mein feins Lieb trauret sehre
Lass fahren, was nit bleiben will!
Man findt der schön‘ Jungfräulin mehre

Der uns das Liedlen neu gesang
Von neuem hat gesungen
Das haben getan zween Reuter gut
Ein alter und ein junger

Mel. handschriftlich um 1550. Altd. Ldb. S. 241.
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 481b)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1550)

Anmerkungen zu "Der Gutzgauch hat sich zu Tod gefalln"

Erklärung: len (Vöglen, Liedlen) undeutlich für „lein“.

Gedruckt: Heidelb. Hdschr. Nr. 343, Bl. 95», Nr. III. Uhl. 153. Altd. Ldb. Nr. 168. — Es mögen Strophe 3—6 ursprünglich nicht dazu gehören meint Uhlanfd (Anmerkung zu S. 13) und gleichwohl bringt er unter 153 diese doch.

Die Melodie hat Erk dem weltlichen Text angepaßt, ob sie dazu gehörte, ist nicht erwiesen, aber wahrscheinlich. Sie ist zu der geistlichen Parodie „Der Papst hat sich zu Tod gefallen“ aus dem 16. Jahrh. gedruckt und handschriftlich vorhanden:

  • a) handschriftlich zum Interimsliede um 1548 (Hamb. Archiv, Katharinenkirche, s. Altd. Ldb. S. 31). —
  • b) gedruckt in: Ein new Christlich Psalmbuch, Gryphißwalt 1597, Bl. 330b zu: „Nu treiben wir den Pabst hinaus* und Bl. 331b folgt darauf ohne Melodie zu: „Der Pabst hat sich zu Tode gefalln“ (Melodie am Ende schlecht). —
  • c) Nic. Henna, Die Historien von der Sündflut, Mittend. 1562, Bl. RIIa  zu: „Gott schuf Adam grecht, fromm und weis“ (etwas abweichend von der Lesart 1587).

In dem Einzeldruck zu Zwickau um 1535 WK. Kirchenlieder, 932) heißt die Überschrift : „Von dem Pabst zu Rom, wie er sich zu Tode gefallen von seinem hohen Stuhle, In dem Ton zu singen. Der Kuckuck hat sich zu Tode gefalln“

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