Da droben auf jenem Berge (Müllers Abschied)

Das Mühlrad

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Da droben auf jenem Berge (Müllers Abschied)

Da droben auf jenem Berge
da stehet ein goldenes Haus
da schauen wohl alle frühmorgen
drei schöne Jungfräulein heraus,

Die eine die heißt Elisabeth
Die andre Bernarda mein
Die dritte die tu ich nicht nennen
Die sollte mein eigen sein

Da unten in dem Tale
Da treibet das Wasser ein Rad
Mich aber treibet die Liebe
Von Morgen bis Abend spat.

Das Rad das ist gebrochen
Die Liebe hat nimmer ein End
Und wenn zwei Liebende scheiden
Sie reichen einander die Händ

Ach Scheiden, ach Scheiden, ach Scheiden
Wer hat doch das Scheiden erdacht?
Das hat mein jung frisch Herzchen
So frühe schon traurig gemacht

Das Liedlein, ach das Liedlein
Das hat ein Müller gemacht
Den hat des Ritters Töchterlein
Vom Lieben zum Scheiden gebracht

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 419e)

aus Westfalen bei Reifferscheid, Nr, 26. Erste Melodie ist schön, wenn auch durch Verzierungsnoten modern klingend, Älter ist die thüringische Lesart, der nur die Anfangszeile in einem Notenbuch beigeschrieben war. Bei ihr denkt man an die erst 1814 entstandene Melodie: „In einem kühlen Grunde da geht ein Mühlenrad.“ — Fast wörtlich gleich bei Elwert, 1784, Nr. 34 aus Hessen, mit der Überschrift: „Müllers Abschied.“

Westfälisch Kestners Handschrift, Dieselbe Mel. in anderer Taktart. Da droben auf jenem Berge. Handschriftl. aus Thüringen 1804 .

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