Ohne bohne dicke Maus

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Ohne bohne, dicke Maus
Komm heut Abend vor mein Haus!
Ich will dir was schenken
Was dann?
Einen gold’nen Vogel
Vogel soll mir Heu geben
Heu will ich Kuh geben
Kuh soll mir Milch geben
Milch will ich Bäcker bringen
Bäcker soll mir Kuchen backen
Kuchen will ich Vater geben
Vater soll mir Taler geben
Taler will ich Mutter geben
Mutter soll mir Kleidchen kaufen
Kleidchen will ich Schneider bringen
Schneider soll mir’s machen
Hu, was werd ich lachen!

Das Lied wird und wurde besonders früher häufig im Schrittanz gesungen, es hebt wie ein Zählreim an mit „ohne — bohne — eins, zwei.“ „Dicke Maus“ ist unklar, vielleicht halb spöttige Anrede des Kindes. Der gold’ne Vogel, der den Reichtum in’s Haus bringt, erinnert sehr an das friesische Rätsel vom Hahn:

Es flog ein Vogel stark
über Dänemark.
Was hatte er in seinem Kopfe?
Sieben Pfund Hopfen.
Was hatt‘ er in seinem linken Bein?
Einen Hammer und einen Schleifstein

Der Hahn, der Vogel des Erntesegens, trägt hier die Zeichen des Gottes Thor (Donar), Hammer und Schleifstein; er sorgt für gute Witterung, drum steht er auf Dach- und Turmspitzen; er wird nach jeder Fruchternte als der Segenspender gefeiert; versäumt man, ihn so zu verehren, so zündet er das Haus, das er erst beglückt hat, selbst an. Der rothe Hahn wird aufs Dach gepflanzt.

in Kasseler Kinderliedchen (1891, Nr. 212)
siehe auch Jockel

Dieses Kinderspiel in: (1891)
Geschichte des Spieles:
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