Wenn ich zum Tor hinaus geh

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Wenn ich zum Tor hinaus geh

Wenn ich zum Tor hinaus geh
Setz ich mein Hütchen in die Höh
Wenn ich dann weiter kumm
Seh ich mich rund und um
Seh da mein Schätzchen stehn
Mit ihr blau Äuglein schön

Mädchen, was denkst von mir
Daß du mich tuest vexir?
Meinst du, daß ich mich kränk
Oder ins Wasser senk?
Liegt ja die Schuld an dir
Daß du so handelst mit mir.

Mutter, was kochen wir heut Nacht?
Nudeln, daß’s donnert und kracht
Nudeln zum Sapperment
Nudeln sind angebrennt
Unten und oben ganz schwarz
Frißt ja kein Hund noch kein Katz.

Text und Musik: Verfasser unbekannt (aus Münster)
Musik: Melodie aus Franken
Deutscher Liederhort II 1893, Nr. 600)

Originell und altertümlich sind die dreitaktigen Rhythmen, die auch in der schlesischen Lesart („Wenn ich zum Türel naus geh) bemerkbar sind. Vermutlich war das Lied eine süddeutsche Tanzweise, die aber auch nach Westfalen und Schlesien gelangt ist. (Böhme)

Geschichte dieses Liedes:


Liederthema:
Liederzeit: (1825)
Region:

Anmerkungen zu "Wenn ich zum Tor hinaus geh"

Der Text aus: Münstersche Geschichten 1825, S. 219. Die erste Strophe ist dem fränkischen Lied „Wenn ich nach Wappushof geh“ (bzw. nach Amorbach) beinahe wörtlich gleich, weshalb diese Melodie vorgesetzt ist. Ziemlich gleich bei Schottkv, österr. Volkslieder 1817: „Wiar i von Zell außi geh, setz i main Huderl in d‘ Höh …. “ — Im Odenwald sang man: „Wenn ich nach Michelsbach geh, schwenk ich mein Hütcl in d’Höh. Wenn ich Stück nauße kumm, schau ich mich rundi-dum: Seh ich wohl Linnefels stehn. aber mein Schätzel nicht mehr.“ Aus Westfalen (Kestner’s Hdschr.) eine ähnliche Mel. mit dem Anfange: „Wenn du mein Liebchen willst sein, so mußt du mich lieben allein.“ —

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