Was zieht dort im Sturme durch Eis und Schnee

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Was zieht dort im Sturme durch Eis und Schnee
mit Männern, Rossen und Wagen
Verschneit sind die Täler, bedeckt ist die Höh´
und der Nordsturm braust von der tobenden See
die Männer nimmer verzagen
Wer sind die Kühnen? O nenne sie!
Das ist Preußens treffliche Artillerie

Hoch ragte die Schanze im Nebelgrau
von Waffen umtost bei Missunde
Es zuckte der Blitz und der Dampf wallt blau
und die Eisenbälle zerschmettern den Bau
der Schanzen und Werke zu Grunde
Wer ist´s, der Tod und Verderben hier spie
Das ist Preußens treffliche Artillerie

Wer wacht in der Schanze am brausenden Meer
Was spähen hinaus die Streiter
„Rolf Krake“ das Panzerschiff dampft daher
und es schlagen die Eisengranaten schwer
das Stahlgewand ihm in Scheiter!
Wer zwinget den Kraken, daß schmählich er flieh
Das ist Preußens treffliche Artillerie

Wer ist´s , der bei Düppel die Bresch gelegt
den siegenden Sturmkolonnen
Hei! Wie es dröhnend herüber da fegt
Manch Tapferer wohl sich zum Tode legt
doch der Sieg, der Sieg ist gewonnen
Wer fehlte, wer fehlte das Ziel da nie
Das ist Preußens treffliche Artillerie

Und fragst du nun, was der Siegespreis sei
wir kamen zu schirmen, zu retten
Wir machten Schleswig und Holstein frei
und brechen sie immer und ewig entzwei
die schändlichen Dänenketten
Wer kämpfte und siegte bis das Werk gedieh
Das ist Preußens treffliche Artillerie

Text: Verfasser unbekannt
Musik: auf die Melodie von Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein
in Neues Liederbuch für Artilleristen (1893)

Liederthema: ,
Liederzeit: vor 1864 : Zeitraum:
Schlagwort:
Geschichte dieses Liedes:

Zur Geschichte dieses Liedes:

Parodien, Versionen und Variationen: „Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?“ bzw. „Lützows wilde Jagd“ ist ein Lied mit einem Text von Theodor Körner, den er am 24. 4. 1813 schrieb und der zuerst in: Zwölf freie deutsche Gedichte ( Leipzig , 1813) mit dem Vermerk: Leipzig , 24. April 1813 auf dem Schneckenberge, erschien. Der Text wurde später geändert. Die Melodie ist von Carl Maria v. Weber vom September 1814.