Von deinetwegen bin ich hie (2)

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Von deinetwegen bin ich hie
Herzlieb vernimm mein Wort!
All mein Begier setz ich zu dir
Zu dir trag ich kein Haß.
Laß mich der Treu genießen
Dein Diener will ich sein
Tu mir dein Herz aufschließen
Schleuß mich. Herzlieb, darein!

Ach Gott, waS soll ich klagen (singen)
Freud ist mir worden teur
Furt lebet ich in Sprüngen
Das büß ich alles heur
Vor Zeiten schien mir die Sunnen
Jetz wills mir nimmer schein’n
Ein Anderer hat mich verdrungen
Kränkt mir das Herze mein.

Man hat uns beid verlogen
Das weißt du. Herzlieb, wohl
Das Hant die falschen Klaffer tan
Seind mir und dir nit hold
Wen wöll wirs wider gelten
Was rahst du, mein edler Schatz
Denet will ich dich lieb haben
Deß aller Klaffer Zorn

Nun grüß dich Gott mit Treuen
Du mein schön Kaiserin!
Es muß mich immer reuen
Bis auf das Ende mein
Daß du mich tust verachten
Du weiblich Bild so Wert
Ich wünsch dir ein freundlichs Lachen
Alls was dein Herz begehrt.

Die Röslein in dem Garten
Ihr Adel und Geschmack ist gut
Sollt ich meins Buhlen warten
War mein Will und mein Fug
Rote Röslein brechen.
Es ist wohl an der Zeit
Ich habe Mut zu erwerben
Die mir im Herzen leit

Ich Hab Mut zu erwerben
Dich auserwählten Schatz
In deim Dienst wollt ich sterben
Wär mir eine kleine Sach
Und wenn ich wär zerhauen
Verwundt bis auf den Tod,
Ursle, holder Buhle mein.
Beut mir dein Mündlein rot!

Da ich sie küßt am letzten
An ihren roten Mund:
Nun gfegen dich Gott , mein feines Lieb
Und spar dich Gott gesund
Magst du dich auch enthalten
Ein Jahr, ein kleine Zeit
Dein steter Diener will ich bleiben
Bis auf das Ende mein

Nun ist die Zeit jetzt kummen
Dass ich mich scheiden muß
So geschach mir nie so leide
Geschach mir nie so weh!
In dem scheid ich von dannen
Mit Leid und Ungemach
Ich kanns nit bringen von dannen
Ich wünsch ihr ein fein gut Nacht.

Und wer ist, der des Liedesang
Von neuem gesungen hat?
Das hat getan ein gut Gesell
Gott gab ihm ein fein gut Jahr
Er hats gar wohl gesungen
Bei frischem kühlen Wein
Darbei da und gesessen
Treu schöne Jungfräulein.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
siehe auch: Von deinetwegen bin ich hie
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 461)

„Ein hübsch Lied, in der Weis : ich hat mich under wunden, woll denen aim frewlin fein“. Offnes Bl. in Kleinfolio. K. Bibl, Berlin. Abdruck Wackernagel, Kirchenl. 1841 S. 859. Sehr verderbter Text. (Ursle = Ursula)

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