Sei willekommen Herre Christ

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Sei willekommen Herre Christ

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Sei willekommen, Herre Christ
weil du unser aller Herre bist
sei willekommen, lieber Herre
hier im Erdreiche also schöne: Kyrieleis

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort III (1894, Nr. 1918 „Weihnachtslied“, 11. Jahrhundert“)

in: Schürz dich, Gretlein: „Das älteste überlieferte deutschsprachige Weihnachtslied ist in einem Aachener Melodiefragment aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts, danach in der hier abgedruckten Fassung und noch in zwei niederländischen Fassungen (vor 1600 und von 1638) erhalten. Aus der Mitte des 14. Jahrhunderts gibt es bereits einen Hinweis auf den Gesang des Liedes zur Weihnacht im Aachener Dom. (Nach dem Ruf »Kyrie eleison« am Ende heißt dieser Liedtyp »Leise«.) –

Laut Böhme (Liederhort III, S. 627) „das älteste Weihnachtslied, das wir in deutscher Sprache besitzen. Seit Alters wurde es vom Volke am Niederrhein gesungen und ist dort erhalten geblieben. Den Text gab uns aus alter Handschrift Chr. Quix in seinem Buche „Historische Beschreibung der Münsterkirche und der Heiligtumsfahrt in Aachen“, 1825. S. 119:

‚In der Christnacht versammelten sich die Herren Scheffen auf ihrer Gerichtsstube, giengen dann in die Münsterkirche, wo sie die Chorstühle auf der rechten Seite einnahmen. Nach dem Evangelium stimmte der Scheffen-Meister folgendes alte Lied an, welches vom Chore fortgesungen wurde“:

Nun siet uns willekomen, hero kerst
Die ihr unser aller hero siet
Nu siet uns willekomen, lieber hero
Die ihr in den kirchen schöne siet
Kyrie-eleyson!

Nun ist gott geboren, unser aller trost
Der die höllsche Pforten mit seinem kreutz aufstoes
Die mutter hat geheischen maria
Wie in allen kersten»bucheren geschriben steht
Kyrie-eleison!“

Liederthema:
Liederzeit: , (1100)

Region:

Zweite Melodie zu "Sei willekommen Herre Christ"

Zweite Melodie zu
Aachener Fragment der Melodie aus dem 11. Jahrhundert: Vom Domchor-Dirigenten Böckeler in Aachen aufgefunden und zwar in einem Evangeliarium des Kaisers Otto III. (regierte 980—1002) im Münsterschatz zu Aachen. Mitgeteilt von Baumker im Kirchenmusikal. Jahrb. 1887. S. 65. Böhme schätzt die Niederschrift in den Anfang des 14. Jahrhunderts, "obwohl das Lied viel älter sein mag."

Dritte Melodie zu "Sei willekommen Herre Christ"

Dritte Melodie zu
Niederländische Handschrift, vor 1600: Das vorgezeichnete nötige B fehlt in der Handschrift Die Note * vermutlich Schreibfehler für g.

Vierte Melodie zu "Sei willekommen Herre Christ"

Vierte Melodie zu
Niederländisch, 1638

Anmerkungen zu "Sei willekommen Herre Christ"

Das niederdeutsche Lied wurde außer in Münster auch am deutschen Niederrhein zur Christnacht in frühern Zeiten gesungen, wie eine von Bäumker beigebrachte lateinische Stelle aus einem handschriftlichen Rituale der ehemaligen fürstlichen Abtei Thorn an der Maas aus dem 17. Jahrh. (Abschrift aus einem ältern Buche) beweiset:

(Übersetzt): „In der heiligen Christnacht kamen die Schiffer von Poll (einem Orte in der Nähe von Thorn) zur Kirche und sangen nach beendigtem Evangelio: ,Nu siet willekom herro kerst‘ etc. wenigstens 3 — 4 Strophen vor dem Altar des H. Georg. Dafür ist die Äbtisstn gehalten, einen Imbiß und einen Krug Wein zu geben.“ Im Aachener Dom fand es bereits vor 400 Jahren im Officium der heiligen Nacht Verwendung.

"Sei willekommen Herre Christ" in diesen Liederbüchern

Zu diesem niederdeutschen Weihnachtslied hat sich glücklicher Weise durch Dr. Baumker‘ s Forschung auch die Melodie gefunden, wie sie oben in drei Lesarten und einem Fragment zu sehen ist. Zunächst wurde das unter A stehende Melodiefragmcnt vom Domchor-Dirigenten Böckeler in Aachen ausgefunden und zwar in einem Evangeliarium des Kaisers Otto III. (regierte 980—1002) im Münsterschatz zu Aachen. Mitgeteilt von Baumker im Kirchenmusikalischen Jahrbuch 1887. S. 65. Nach der Notenschrift zu urteilen, kann ich die Niederschrift erst in den Anfang des 14. Jahrhunderts setzen, obwohl das Lied viel älter sein mag. (Böhme im Liederhort, S. 626)

B wurde in einer Pergamenthandschrift der Amploniana, (jetzt auf Kgl. Bibl, zu Erfurt), welche Eintragungen seit etwa 1394 enthält, aufgefunden und mitgeteilt von Geh. Rath Dr. Lörsch im Gregoriusbl. 1889. S. 71 (daher Bäumker, kath. Kirchenl. III. S. 315). Die Melodie gehört dort zu einem dreistimmigen Satze; sie ähnelt sehr dem Aachener Fragmente. Hier streng nach der Handschrift, bis auf die zwei von mir eingeschobenen Pausen und die punktiertcn Taktstriche.

C. Aus einer Handschr. um 1600. Mitgeteilt von W. P. H. Hansen in der Tijdschrift der Vereeniging voor Noord-Nederlands-Muziekgeschiedenis Deel III. st. 4. Daher Bäumker, Kath. Kirchenl. III. S. 315. Das vorgezcichnete nöthige „b“ fehlt in der Handschr. Die Note * vermutlich Schreibfehler für g.

D. ist entnommen aus: Het Paradys der Geestelijcke en Kerckelijcke Lof-Sangen Antw. 1638. S. 16. Abdr. im Kirchenmusikal. Jahrb. 1887. S. S5.

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