Nun ade, jetzt reis ich fort
Jetzt reis ich in die Fremde
Was gibst du mir zum letztenmal
Dass ich an dich gedenke ?

Ach Schatz, was ich dir geben soll ?
Ein Kuss vom treuen Munde
Dass du an mich gedenken sollst
Alle Tag und alle Stunde

Und als der Knab in die Fremde kam
Was schon die Lieb vergessen
Er schrieb ihr nie ein Briefchen heim
Ihr jungfrisch Herz muss brechen

Und als er wieder nach Hause kam,
Die Schwiegerin ihm entegenkam
Willkomm, willkomm, Schwiegermutter mein !
Wo habt ihr euer Töchterlein ?

Wo ich es hab, das weiss ich wohl
Das darf ich dir schon sagen
Drinnen liegt sie auf dem frischen Stroh
Morgen tun wir sie begraben

Und als er in das Zimmer trat
Zwei Kerzlein ihm erscheinen
Dort sah er zwei Jungfräuelein
Ganz bitterlich tun sie weinen

Was deckt er auf ? Ein weissen Schleier
Und schaut ihr unter die Augen
Du bist gewesen mein treuester Schatz
Hats mir’s nie wollen glauben

Was zog er heraus ? Ein goldenes Schwert
Und sticht sich selber ins Herze
Hast du gelitten den bittern Tod
So will ich leiden die Schmerzen

Was lässt er machen ? Ein tiefes Grab
Auf beiden Seiten Mauern
Er nahm sein Liebchen in seinen Arm
Hier müssen sie verfaulen

Es stand nicht mehr als drei Tage an
Liess er ein Grabstein machen
Darauf da soll geschrieben stehn
Hier liegen zwei Verliebte

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Version von „Es war einmal ein treuer Husar“

Zur Geschichte dieses Liedes: ,

Parodien, Versionen und Variationen:

In vielen Versionen und Variationen ist das Lied vom treuen Husar ursprünglich als „Es war einmal ein feiner Knab“ überliefert. Zuerst meist im 3/4 bzw 6/8-Takt ist es heute ein Karnevalsmarsch. In Deutscher Liederhort I (1856) ist es die Nummer 29, Erk führt dort zwei Melodien im 3/4-Takt und eine im 4/4 Takt aus mündlicher Überlieferung an: aus Frankfurt, Dreieichenhain, Offenthal, Bergisches Land, Mettmann, Schlesien, Brandburg, Sachsen etc…

Die heute verbreitete Liedfassung wurde von dem Kölner Karnevalskomponisten und früheren Militärkapellmeister Heinrich Frantzen (1880–1953) als Marschlied komponiert. Der Kölner Musikverlag Gustav Gerdes OHG (jetzt Teil der Musikverlage Hans Gerig in Bergisch Gladbach) veröffentlichte das Lied 1924. Die Karnevalsgesellschaft Treuer Husar nimmt für sich in Anspruch, dass der Marsch zu deren Gründung 1925 komponiert worden sei. Wohl erst seit diesem Zeitpunkt ist das Lied mit dem Karneval assoziiert; noch in den 1890er Jahren war es als Karnevalslied völlig unbekannt. (Wikipedia)