Mein Herz tut sich erfreuen der Allerliebsten

Fromme Liebe

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Mein Herz tut sich erfreuen
Der Allerliebsten mein
Ach Gott, tu ihrs verleihen
Dass sie’s auch treulich mein!
Gleich ich’s jetzt gegen ihr
Also sie es auch zu mir
von Herzen Grund tu meinen,
Mit fröhlicher Begier

Also ich unbesonnen
Gedenk bei mir allein
Daß mir scheinet die Sonnen
Du edler Sonnenschein
Schein mir den Weg zu ihr
Nach ihr steht mein Begier
Der Schein tut mich sonst kränken
Das mag (sie) glauben mir.

Halt du den Schatz vor Ehren
Der dich so herzlich liebt
Das Geld läßt sich verzehren
Gott verläßt doch niemand nicht
Wiewohl ich jung und tumb
Jedoch ehrlich und stumm
Es wird mir’s wohl vertreiben
Wenn ich in Ehstand komm

Sollten wir ehlich werden
War es doch Gottes Gab
Und sollt die Lieb zunehmen
Gleich wie sie nimmet ab
Betracht’s, bedenk’s gar fein
Wie freundlich ich es mein
Doch muß Gottes Will geschehn
Bei dem es steht allein.

Sollt ich mich dein entschlagen?
Geschieht doch nimmermehr
Herzlieb, so tu es wagen
Und nimm mich zu der Eh!
Heimlich, still, unvermeldt
Vielleicht es dir gefällt
Tu dein Willen drein geben
Du teurer schöner Held

Allein auf dieser Erden
Kann sie mir denn nicht werden
Ist sie mein größte Freud
Durch falsche, untreu Leut:
Hoff ich und denk mit Fleiß
Dass ich in solcher Weis
Will mit und bei dir bleiben
Im ewgen Paradeis

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893 Nr. 384 „Fromme Liebe“)

„Eigentümlich ist diesem Liede der christlich fromme Zug: wenn die Hoffnung des Liebenden nicht aus Erden erfüllt werden kann, seine Hoffnung, auf jenseits steht. Das ist keine gewöhnliche Liebeswerbung und vielleicht nicht nach dem Sinne der meisten Liebenden, ehrt aber die christliche Gesinnung unserer Voreltern bei Eheschließung.“ (Böhme)

Anmerkungen zu "Mein Herz tut sich erfreuen der Allerliebsten"

Ambraser Liederbuch, 1582, Nr. 219. Dort noch 4 Strophen müßiger Zusatz,

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