Wie kommts dass ich so traurig bin

Das Böse Weib

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Wie kommts, dass ich so traurig bin?
Mein Mut und Freud ist gar dahin
Ist mir zu Trauern kommen
Wär ich so witzig fert als heur
Kein Weib Hätt ich genommen, genommen.

Ich meint: Wenn einer ein Fräulein hätt
Sie tät was er sie hieß und bät,
Kurzweil mit ihr zu haben
Das lange Messer henkt sie an.
Das kurz will sie nit tragen, ja tragen.

Und wenn ich nun gen Markt will gon
Sie meint, ich soll sie mit mir lon
Rock und Mantel zu kaufen
Rock und Mantel des besten Tuch,
Macht mir mein Rösslein laufen, ja laufen

So tu ich als ein Biederman
Ein graues Röcklein kauf ich ihr an
Sie spricht, sie Wölls nicht tragen
Es ist ein wunderböses Weib
Sollt ihr all vier abschlagen, ja schlagen

Wenn ich unter die Metz will gon
Spricht sie, sollts unterwegen lon
Das best Fleisch sollt mir kaufen
Und wenn ichs unterwegen wollt lon
Das Haar täts mir ausraufen, ja raufen.

Wenn sie des Nachts will schlafen gon
Sie muß ein halb Pfund Schandlen hon
Damits ihrn Pelz tut flöhen
Sie ist ein seltsam böses Weib
Ich kann nicht bei ihr bleiben, ja bleiben.

Wenn sie des Morgens will aufston
Sie muß ein wüllins Tüchlin hon
Damits ihr Backen tut reiben
Und wenn sie auf die Gaß will gon
Dass sie ihr rot tun bleiben, ja bleiben

Sobald sie aus dem Haus will gon
Ein Maß Roswasser muß sie hon
Den Bisemapfel an der Schnur
Das zeucht sie aus der Kisten Herfür
Bei ihr will ich nicht bleiben, ja bleiben.

Und wenn sie aus dem Haus will gon
Ein halben Batzen muß sie hon
Ins Krämers Haus tut sie laufen:
Ach Krämer, lieber Krämer mein
Gib mir die Feigen zu kaufen, zu kaufen.

Und wenn sie in die Kirche will gon
Sie muß ein Bierling Gufen hon
Damits ihr Schleier tut heften
Es ein wunderschönes Weib
Will länger bei ihr beiden, ja bleiben.

So bald sie aus der Kirchen geht.
Zwo Stund bei Gvatter Margret steht.
Die Scher die tun sie schleifen
Es schnei, es reg, es wehe der Wind
Von einander tuns nit weichen, ja weichen

Hör zu, mein Gvatter Margret zwar
Mein Schelm mich gestern nahm beim Haar
Und gab mir vil der Maulbiren
Daß ich umb den Tisch und Wand
Damit tät umbher zwiren, ja zwiren

Und wenn sie in den Stall will gon
Sie muß ein Paar Pantöffelin hon
Die Kühe die tut sie melken
Es ist ein seltsam böses Weib
Tut nichts denn fluchen und schelten, ja schelten.

Und wenn sie in das Bad will gon
Sie muß ein Wierling Seife hon
Damits ihr Haut tut reiben
Es ist ein eitelböses Weib,
Ich kann nicht bei ihr bleiben

Hamman Deich ist ein ehrlich Mann
Sitzt auf ein Roß und reit darvon
Kurzweil kann er nit treiben
Er hat ein wunderböses Weib
Bei ihr kann er nicht bleiben, ja bleiben.

Es ist ein leiden böser Mutz
Sie schafft den ganzen Tag kein Nutz
Im Haus kann sie nit rasten
Es ist ein wunderböser Mutz
Tut nichts dann greifen und tasten, ja tasten.

Der uns das Liedlein neu gesang
Von neuen hat gesungen
Er singt uns das und singt uns mehr
Aus Herzengrund nach seiner Gehr
Ist ihm gar wohlgelungen.

Und da das Liedlein ward gemacht
Das geschah an einer Bosselnacht
Bei ihr kunnt ichs nit bleiben
Es war ein seltsam böses Weib
Den Teufel mit zu vertreiben, vertreiben.

Fliegendes Blatt : „Ein new Lied von einem bösen Weib. In dem Thon. Wie kumpts. das jch so traurig bin ? — Ein ander lied, O werder mund … Am Schluß : Gedruckt zu Nürnberg durch Kunegund Hergotin (ca 1530). Derselbe Druck verzeichnet Anz, 8. 368. Nr. 101, 102. Bei Weller, Ann. I, S. 214, Nr. 66. Exemplar in Weimar.
Deutscher Liederhort II (1897, Nr. 903 ohne Melodie)

Liederthema:
Liederzeit: (1530)

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