Mein Fleiß und Müh ich nie hab gspart (Frundsberg)

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Mein Fleiß und Müh ich nie hab gspart (Frundsberg)

Mein Fleiß und Müh
Ich nie hab gspart
Und allzeit gwart
Den Herren mein
Zum besten sein
Mich gschickt darein
Gnad, Gunst verhofft:
Doch Gunst bei Hof
verkehrt sich oft

Wer sich zukauft
Der lauft weit vor.
Und kummt empor;
Doch wer lang Zeit
Nach Ehren streit,
Muß dannen weit
Das thut mir ant,*
Mein treuer Dienst
bleibt unerkannt.

Wen’g Dank noch Lohn
Darvon ich bring
Man wiegt mich ring
Und ist mein zwar
vergessen gar
Groß Not und Gfahr
Ich bestanden Hab
Was Freud soll ich
haben darob?

Text: Georg von Frundsberg
Musik: S. L. Fr. Caspar Wintzerer, Ritter
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 272)

Der Biograph Frundsberg’s, sein Sekretär Adam Reißner, erzählt a. a. O., wie sehr sich sein Herr über die Undankbarkeit zu beklagen hatte: „… Deshalben er nach der Pavier-Schlacht dies Liedlein gemacht, und ihm oft vor Tisch mit vier Stimmen oder mit Instrumenten singen lassen, sonderlich wenn er mit Häuptleuten oder andern Gästen fröhlich war.“

 

* ant thun, verdrießt mich, thut mir leid.

Anmerkungen zu "Mein Fleiß und Müh ich nie hab gspart (Frundsberg)"

Tert aus: Historia Herrn Georgen und Herrn Casparn von Frundsberg. , . Fol. Franckf. a, M., 1572, S. 157. Fl. BI., Nürnberg, K. Hergotin (1528), Hans Guldemund daselbst. Spangenberg, Adelsspiegel 1591, II, 186. — Zincgref, Der Teutschen scharpfsinnige kluge Spruch. Straßb. 1639, S. 185. Herder II, 31; Wdh. 2, 358; Gödeke.Tittm. 275 ; Ald. Ldb. Nr. 391. Melodie und Text bei J. Ott 1534 Nr. 39 und Förster I, 1539, Nr. 105. Melodie auch bei Newfidler 1536; Geile 1637:

Bei Förster ist die zweite Strophe unklar: „Geht hin und her und wer sich kann zu kaufen an den Ort nach Ehren schreit, neues dann weit: das tut mir ant: mein treuer Dienst bleibt unerkannt “ Im Ambraser Liederbuch 1582, Str. 5 verderbt. — Der Komponist war nach Forster’s Angabe: S. L. Fr. Caspar WinKerer, Ritter. —  Die Versform ist beibehalten in dem nachgebildeten Liede von Dr. Luther: Cantionis de Aulis (Das Lied vom Hofe) : Wer sich nimmt an unds Rädlein kann etc. (s. Luthers Werke, Altenb. Ausg. V, S. 304Z.

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