Bremer Stadtmusikanten

Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

23 Lieder von Gellert (Christian Fürchtegott Gellert)

Gellert

Christian Fürchtegott Gellert, Dichter und Moralphilosoph.  Geboren am 4. Juli 1715 in Hainichen; gestorben am 13. Dezember 1769 in Leipzig. Gellert galt zu Lebzeiten als meistgelesener deutscher Schriftsteller neben Christian Felix Weiße.


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Der erste der mit kluger Hand

Das erste Buch Der erste, der mit kluger Hand Der Männer Schmuck, den Hut, erfand, Trug seinen Hut unaufgeschlagen; Die Krempen hingen flach herab, Und dennoch wußt er ihn zu tragen, Daß ihm der Hut ein Ansehn gab Er starb, und ließ bei seinem Sterben Den runden Hut dem nächsten Erben. Der Erbe weiß den runden Hut Nicht recht gemächlich

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Der Narr dem oft weit minder Witz gefehlt (Till)

Der Narr, dem oft weit minder Witz gefehlt Als vielen, die ihn gern belachen, Und der vielleicht, um andre klug zu machen, Das Amt des Albernen gewählt (Wer kennt nicht Tills berühmten Namen?); Till Eulenspiegel zog einmal Mit andern über Berg und Tal. Sooft als sie zu einem Berge kamen, Ging Till an seinem Wanderstab Den Berg ganz sacht und

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre ihr Schall pflanzt seinen Namen fort Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne, Und läuft den Weg, gleich als ein Held. Vernimm’s, und siehe die

Geistliche Lieder | Liederzeit: | 1757


Die Schwälbchen die lieben sie bauen ihr Nest (Schwalbenschutz)

Die Schwälbchen die lieben sie bauen ihr Nest ans Fenstergesimse so zierlich und fest sie bauen so furchtlos, als wüßten sie nicht daß unter den Menschen manch böslicher Wicht Sie fliegen vertraulich hinein und heraus und grüßen mit Zwitschern die Leute im Haus wir grüßen euch wieder, o seid nur nicht scheu Kein Leid soll geschehen euch Vöglein so treu

Weitere Volkslieder | Liederzeit: | 1912


Dies ist der Tag den Gott gemacht (Weihnachtslied)

Dies ist der Tag, den Gott gemacht Sein werd in aller Welt gedacht Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist Die Völker haben Dein geharrt Bis daß die Zeit erfüllet ward Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, Dich, seinen Sohn Wenn ich dies Wunder fassen will So steht mein Geist vor

Weihnachtslieder | Liederzeit: | 1769


Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben (Der Affe)

Ein Affe sah ein paar geschickte Knaben Im Brett einmal die Dame ziehn Und sah auf jeden Platz, den sie dem Steine gaben, Mit einer Achtsamkeit, die stolz zu sagen schien, Als könnt er selbst die Dame ziehn. Er legte bald sein Mißvergnügen, Bald seinen Beifall an den Tag; Er schüttelte den Kopf itzt bei des einen Zügen Und billigte

Gedichte | Liederzeit: | 1748


Ein armer Schiffer stak in Schulden (Der arme Schiffer)

Ein armer Schiffer stak in Schulden, Und klagte dem Philet sein Leid. »Herr«, sprach er, »leiht mir hundert Gulden; Allein zu Eurer Sicherheit Hab ich kein ander Pfand als meine Redlichkeit. Indessen leiht mir aus Erbarmen Die hundert Gulden auf ein Jahr.« Philet, ein Retter in Gefahr, Ein Vater vieler hundert Armen, Zählt ihm das Geld mit Freuden dar. »Hier«,

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Ein Bär der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen

Ein Bär, der lange Zeit sein Brot ertanzen müssen, entrann und wählte sich den ersten Aufenthalt. Die Bären grüßten ihn mit brüderlichen Küssen Und brummten freudig durch den Wald, Und wo ein Bär den andern sah, So hieß es: “Petz ist wieder da!” Der Bär erzählte drauf, was er in fremden Landen Für Abenteuer ausgestanden, Was er gesehn, gehört, getan.

Gedichte | Liederzeit: | 1746


Ein guter dummer Bauernknabe

Ein guter dummer Bauernknabe, Den Junker Hans einst mit auf Reisen nahm, Und der trotz seinem Herrn mit einer guten Gabe, Recht dreist zu lügen, wiederkam: Ging, kurz nach der vollbrachten Reise, Mit seinem Vater über Land. Fritz, der im Gehn recht Zeit zum Lügen fand, Log auf die unverschämt´ste Weise Zu seinem Unglück kam ein großer Hund gerannt. “Ja,

Gedichte | Liederzeit: | | 1748


Ein kluger Maler in Athen (Der Maler)

Ein kluger Maler in Athen, Der minder, weil man ihn bezahlte, Als weil er Ehre suchte, malte, Ließ einen Kenner einst den Mars im Bilde sehn Und bat sich seine Meinung aus. Der Kenner sagt’ ihm frei heraus, Daß ihm das Bild nicht ganz gefallen wollte, Und daß es, um recht schön zu sein, Weit minder Kunst verraten sollte. Der

Gedichte | | 1746




Nach Gellerts Tod erscheinen seine “Moralische Vorlesungen”, die  mit annähernd 100.000 gedruckten Exemplaren eine unerhörte, durch ganz Deutschland reichende Verbreitung erfahren. Das von seinem Verleger Johann Wendler errichtete Gellert-Denkmal ist 1774 das erste einem Dichter gewidmete öffentliche Denkmal Deutschlands.